In »Kunst« auch eigene Ideen verwirklichen, wie es eine Kunstakademie erwartet

In Schule »selbstgesteuert und schülerorientiert an eigenen Ideen lernen und lehren«, wie geht das denn bitte? Auf der Suche nach dem viel beschworenen »individualisierten Selbstlernen« im Kunstunterricht. 

Jürgen Lemke

Wie geht ein sinnvolles kunstpropädeutisches Ausbilden am Gymnasium in Richtung Kunsthochschule? Kunstbegabte Schüler*innen sollen nach dem Abitur Kunst oder Design studieren können. Also müssten sie qualitativ gute gestalterische Arbeiten für eine Bewerbungs-Mappe schon in der Schule herstellen können, die zeigen, dass Zeichnen und Malen beherrscht werden und »frische Ideen« vorhanden sind. Das bedeutet für die schulische Lehre: Wie bestellt man ein »Heterogenes Lernfeld«, in dem eine größtmögliche gestalterische Vielfalt gelernt, »produziert und rezipiert«, werden kann sowie besondere gestalterische Begabungen gesehen, anerkannt und individuell gefördert werden können. Welche Bedingungen braucht »Kunst« in Schule, wenn auch eigene Ideen und gute gestalterische Bild-Kompetenzen gefördert und gefordert werden sollen?  
Es scheint mir wenig sinnvoll und verständlich, wie »Kunst«-Unterricht – in der Regel – eher an einem eng führenden kompetenzorientierten Erwartungshorizont organisiert ist. Als gäbe es bei vielen Kunstlehrer*innen kaum Ideen dazu, wie man ein mehr selbstgesteuertes und schülerorientiertes Lernen in Richtung Kunsthochschule ernst nehmen und besser realisieren könnte. Insbesondere im Fach Kunst müsste ein enges standardisiertes aufgabenbezogenes Arbeiten von vornherein erweitert werden. Unterrichts-Vorhaben müssten grundsätzlich mehr ideen- und schülerorientiert geöffnet werden, um Neugier und eine intrinsische Motivation, etwas Eigenes schaffen zu wollen, anzuspornen und fachlich auszubilden. Das hieße »Kunst«-Begabte herauszufordern, sie freier experimentieren, forschen und mit ihren eigenen Ideen fliegen zu lassen, um mehr Zeit dafür zu haben, »Kunst«-Fernere zu fördern und zu unterstützen.  
Es dürfte unter diesen Voraussetzungen nicht sein, dass Schule jahrelang Kinder und Jugendliche eher in ihren Entwicklungs-Potentialen einschränkt und zu braven Pflicht-Erfüllern ausbildet, um dies in einer Kunsthochschule hinterher wieder mühsam korrigieren zu müssen. Als wenn ein schulisch verengter Horizont und eine verklemmte Seele, die primär zum dienstbaren braven und ordentlichen Erfüllen erzogen und geprägt wird, sich an einer Kunstakademie so einfach wieder »befreien« ließe: »Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!« 
In einer per Bachelor gemasterten und verschulten Uni soll das nicht mehr korrigiert werden? Eine disziplinierte Anpassung und ein Leisten bis zur Selbstaufgabe, scheint eher erwünscht zu sein. Schule wirkt mit ihrer überregelten standardisierten Normierung, primär auf gute Noten hin, in vielen Punkten nicht nur Energie- und Zeitvernichtend sondern letztlich auch entwicklungshemmend an den Hirnen, an der Wahrnehmung, an Mobilität, Innovation und Flexibilität unserer Kinder! Abtrainiert werden in Schule ausgerechnet die »Kompetenzen«, die insbesondere für den Besuch einer Kunstakademie notwendig sind: Neugier, Selbstständigkeit, Selbstbewegung, Eigenverantwortung, ein forschendes Interesse, Freiräume eigenständig wahrnehmen können, individuelle Entscheidungen treffen, gestalterische Eigeninteressen realisieren, selbstgestellte Kriterien erarbeiten können, Qualität statt Quantität produzieren, Zeit arbeitsintensiv nutzen können, kooperieren lernen, Absprachen treffen, etc. Das diese wichtigen Fähigkeiten in Schule wenig beachtet, geschweige gelehrt werden, ist unverantwortlich.   

In der Studienordnung der Kunstakademie Münster finden sich deutliche Hinweise dafür, dass sich der Kunstunterricht an Schulen dringend verändern muss, wenn er kunstpropädeutisch, als Vorbereitung für ein Hochschulstudium wirksam werden soll und dem nicht kontraproduktiv gegensteuert:
»(…) Die Studierenden lösen sich in ihrer gestalterischen Praxis von der Erfüllung gestellter Aufgaben. (…)  
(…) Zum einen wird die Wahrnehmung für das weite Feld künstlerisch-gestalterischer Möglichkeiten eröffnet, zum anderen macht dieser Freiraum individuelle Entscheidungen notwendig, deren Kriterien nicht vorgegeben, sondern im Arbeitsprozess selbst und in der Auseinandersetzung mit anderen zu entwickeln sind. (…) 
(…) Die Studierenden übernehmen für ihre künstlerisch-gestalterischen Interessen und die Organisation ihres Arbeitsprozesses selbst Verantwortung. (…) 
Die Studierenden entwickeln ihr ästhetisch-künstlerisches Eigeninteresse, eine intrinsische Motivation für künstlerisches Tun und eine entsprechende Arbeitsintensität. (…)«
(…)  Sie entwickeln ihre Phantasietätigkeit als Vermögen, in der Vorstellung über Vorgegebenes, Bekanntes hinauszugehen, Möglichkeiten ästhetischen Handelns zu entwerfen und spielerisch-experimentell zu erproben. (…)«
Entnommen der: „Studienordnung für den Studiengang Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen im Unterrichtsfach Kunst an der Kunstakademie Münster mit dem Abschluss Erste Staatsprüfung vom 18. Januar 2005“ und „Modulhandbuch 2018““

In einer Kunstakademie kann nur schwerlich im Studium wieder »entschult« und den Studierenden das abgewöhnt werden, was Schule ihnen jahrelang diszipliniert als Grundhaltung eingepaukt und antrainiert hat. 
»Müssen wir wieder machen, was wir selber wollen?« 
Welch großer Irrsinn! 
Kunstakademien können offenbar bei Abiturient*innen notwendige Kompetenzen fürs Studium nicht voraussetzen: das Lernende, die die Schule absolviert haben, intrinsisch motiviert aus sich heraus, eigeninitiativ von »selbst« lebendig forschen und entwickeln können. Was nicht primär »aufgabenbezogen«, »kriteriengeleitet«, »voraussehbar«, »Lern-Ergebnis sichernd« und damit »Erwartungshorizont gemäß« gestaltet wird, gilt in Schule als »beliebig» oder als zu »eigen«? Wenn eine Aufgabe zu offen gestellt ist, gibt es angeblich in Schule keine Lernfortschritte: »Dabei lernen sie doch nichts! Dann machen sie ja nur, was sie wollen!« Kinder, die was wollen, kriegen es auf die Bollen? 
Das »Eigene« bei Lernenden scheint es als positiv besetzte Vorstellung bei vielen Lehrenden in der Schule nicht zu geben? Oder wenn, dann werden kunstakademiegewollte performative Eigenbewegungen im schulischen Raum eher unter disziplinarischen Gesichtspunkten negativ angesehen: »Die Kids sind doch in der Schule schon viel zu frei! Du musst sie einnorden, sonst tanzen sie dir auf dem Kopf herum!«
Erste eigene Ideen, das »von selbst Gemachte«, werden von manchen Lehrenden als »banal« oder »kitschig« verurteilt oder als »klischeehaft« abgetan. In Schule die eigene Linie finden? Den charakteristischen persönlichen zeichnerischen Strich oder malerischen Duktus, der eine gestalterische Persönlichkeit ausmacht? Einen eigenen Ausdruck? Eine eigene forschende experimentelle Haltung ausbilden? Was soll das denn bitte in Schule…? 
»Schön« ist hier primär sauber, akkurat und ordentlich. Und möglichst bitte alle gleich im Klassensatz! Jene eher abschreckenden immer gleichen Vorbild-Beispiele an Schulwänden. Alle schön gleich in Reih und Glied. Bild für Bild. Genormt und standardisiert. Oftmals eine ästhetische Zumutung! Experimentell Forschendes scheint dagegen in der Schulästhetik eher verpönt: »So ein wirres Krickelkrakel? Das ist doch nichts! Die wiederholen sich ja nur! Das ist doch keine Qualität. Das können sie ja schon! Das machen sie doch zuhause auch.«

In welche Richtung sollen »Bildungsstandards« Schule kompetenzorientiert umsteuern? Zu einer angepassten pflichterfüllenden Konformität, wie sie angeblich Wirtschafts-Konzerne hinterher brauchen? Seltsam, dass auch Firmen sich eher beklagen und mit überangepassten Pflicht-Erfüllern ohne Eigeninitiative wenig anfangen können. Sollten Schülerorientierung und Selbstständigkeit in Schule etwa nur Aufgabenbezogen verstanden werden? Ist nur ein selbstgesteuertes Verstehen und Erarbeiten gestellter Aufgaben, also pure Pflichterfüllung gemeint? Soll sich darin schulische Kreativität erschöpfen? Das wäre ein schulisches Armutszeugnis! Eine derart standardisierte Erziehung und Ausbildung in Richtung einer absehbaren gesellschaftlichen Unmündigkeit, könnte perspektivisch mit Demokratie nicht mehr gut zusammengehen. Die begründete eigene Meinung bliebe auf der Strecke. Kommt Bildung nicht vom Bilde her und kann uns mehr sagen als tausend Worte? Bildnerisch arbeiten heißt immer auch unangepasst sein, frei experimentieren, sich mehr als kognitiv ausdrücken können. Eine kreative bildnerische Arbeit kann letztlich Innovation bewirken. Sie bildet Lernende mit eigenen Ideen heran, die auch machen und ausdrücken können, was sie selbst wollen. Eigene fachbezogene Aufgabenstellungen erforschen und entwickeln. Sich fachlich erfolgreich vertiefen und für das eigene Leben, gar für die berufliche Zukunft »wesentlich« werden. Das ginge schon ab Klasse 5 und könnte sich, weiter gefördert in oberen Klassen, in Richtung Schülerfirmen entwickeln. 
Es wäre in Schule viel mehr möglich, wenn Schulleitungen, Lehrer*innen und auch Eltern mit mehr Mut und Visionen wesentliche Impulse und Entwicklungen dazu nicht verhindern sondern ermöglichen würden. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Selbstständig denkende, selbstgesteuerte, lebensweltlich orientierte, aktive, motivierte und problemorientiert handelnde Menschen, die später Innovation befördern könnten, bräuchte unsere Gesellschaft dringend! Die scheint eine »Pflicht-Erfüller-Schule« aber nicht zu brauchen.
Es braucht Mut, Ausdauer und sehr viel widerständige Kraft, Schule über die Kunst neu zu denken und umzugestalten! Wer an einer Schule etwas anders macht, muss sich warm anziehen!
Da eine »etwas andere schulische Arbeit« eher kritisch gesehen wird, braucht es gute Argumente für ihre Umsetzung im schulischen Raum. Das heißt konkret für die kunstpädagogische Unterrichts-Praxis:
Die vorgegebenen obligatorischen Unterrichtsvorhaben können, – laut »Schulentwicklung NRW« »Beispiel eines schulinternen Lehrplans für das Gymnasium im Fach Kunst« »Hinweise zur Umsetzung des Kernlehrplans und zur Arbeit in der Fachgruppe« – unter folgenden Voraussetzungen mehr Ideen- und projektbezogen, schülerorientiert, selbstgesteuert und »künstlerisch« freier im Sinne einer qualitativ wertigeren kunstpropädeutischen Ausbildung in Richtung Kunstakademie gestaltet werden:
»(…) Hier sind je nach Lerngruppe und deren Interessen, aktuellen Besonderheiten in der Schule (z.B. Projektwoche) oder im Schulumfeld (z.B. Ausstellungen) oder Absprachen mit anderen Fächern auch andere Umsetzungen möglich. Die anzusteuernden Kompetenzen müssen jedoch für das Fachkollegium verbindlich sein. (…)
https://www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/lehrplannavigator-s-i/gymnasium-g8-auslaufend-bis-2021-22/kunst-g8/hinweise-und-beispiele-kunst/schulinterner-lehrplan-kunst/

Schule kann über »Kunst« irritiert und verändert werden! Nachfolgend einige Beispiele aus meinem projektorientierten performativen Kunstunterricht, der über Jahre hinweg unter dem Label »ORTungen: SCHOLL.Projekte«, schulische Unterrichtsvorhaben konsequent ideenorientiert und praxisbezogen auch in »Ausstellungen« umgesetzt hat: Digital – Multimedial – Performativ – Installativ – Skulptural – Stadtteil- und Ortsbezogen – »Kunst ins Zentrum!«

Jürgen Lemke: »Kunstunterricht: Von eigenen Ideen beflügelt – begeistert Selbst-Lernen« https://schollprojekte.wordpress.com/2012/11/16/wie-kommen-individuelle-qualitat-und-vielfalt-eigener-ideen-von-lernenden-in-die-welt/

Jürgen Lemke: ORTungen 2011: SCHOLL.Projekte – Schule ins Zentrumhttps://schollprojekte.wordpress.com/2011/07/18/ortungen-2011-scholl-projekte-–-schule-ins-zentrum/

Jürgen Lemke: »Kunstausstellung „ORTungen 2013: SCHOLL.Projekte – Kunst ins Zentrum“ im Kinderhauser Zentrum«
https://schollprojekte.wordpress.com/2013/05/17/kunstausstellung-ortungen-2013-scholl-projekte-im-kinderhauser-zentrum/

Jürgen Lemke: »ORTungen 2015: SCHOLL.Projekte – Ideen ins Zentrum« https://schollprojekte.wordpress.com/2015/10/20/ortungen-2015-scholl-projekte-ideen-ins-zentrum/

Über „SCHOLL.Projekte“
»SCHOLL.Projekte« werden von mir initiiert, um »Kunst« und als kunstpädagogisches individuell förderndes Konzept »Selbstgesteuertes performatives und forschendes Projekt-Lernen« in die Schule und stadtteilbezogen in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Entwicklung eigener Ideen und darüber die Förderung einer gestalterischen Persönlichkeit stehen im Mittelpunkt meiner kunstpädagogischen und auch künstlerischen Arbeit.

Mein künstlerischer und kunstpädagogischer Ansatz für SCHOLL.Projekte:
Als Künstler und Lehrer sehe ich an erster Stelle meine Aufgabe darin, junge gestalterische Persönlichkeiten auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten; sie dabei zu unterstützen, ihre lebendigen neugierigen forschenden Eigenbewegungen zu erhalten und weiter zu entwickeln.
Das bedeutet auch für mich selbst, weiterhin offen für Neues zu bleiben. Mit meinem künstlerischen Konzept „ORTungen“ bin als Bildender Künstler, Musiker, Performer und Projektemacher interdisziplinär multimedial unterwegs – auch in Schule.
Mit einer selbstgesteuerten performativen Projektarbeit zwischen Kunst und Pädagogik versuche ich in der Schule, Lernende dort abzuholen, wo sie selbst stehen. Die Förderung ihrer eigenen Ideen in heterogenen Selbstlern-Räumen zwischen medialer, theatraler und kunstbezogener Bildarbeit sind dabei Mittelpunkt meines projektorientierten performativen Kunstunterrichts. (siehe hierzu ausführlich meine projektorientierten Methoden im Kunstunterricht unter: „Selbstgesteuerte kompetenzorientierte performative Ideen- und Projektentwicklung als integratives Unterrichtsvorhaben im Kunstunterricht“)

Ich öffne bewusst Räume für eine möglichst offene selbstgesteuerte Arbeit von Schülerinnen und Schülern, die an der Schwelle ihrer Veränderung zwischen Kind-Sein und Erwachsen-Werden stehen. Gerade Jugendliche im sogenannten „Sturm und Drang-Alter“ brauchen auf der Suche nach ihrer Identität eigene Räume zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Räume, die ihnen ermöglichen, sich freier in Schule und an außerschulischen Selbst-Lern-Orten zu bewegen, um über erwartete Kompetenzen hinaus Wissen und Fähigkeiten getragen von eigenen Ideen zu entwickeln. Ich versuche ihnen mit einer offenen vertrauengebenden Grundhaltung zu begegnen. Diese soll ihnen Mut machen und ihre Eigenverantwortlichkeit stärken. Sie soll zu einem selbstbestimmten Handeln herausfordern und ihnen dabei auch notwendige Rahmenbedingungen für erforderliche Grenzkontakte geben: „Leben ist fließen, an der Grenze formt sich Gestalt“. Die Herausforderung von Grenze, ihre Überschreitung jenseits von Erwartungshorizonten, der Umgang mit Regeln, Sanktionen, Macht und Kontrolle und das Risiko, deren Verlust zu wagen, sind wichtige Erfahrungen für die Entwicklung einer selbstständigen gestalterischen Persönlichkeit. Hieraus können im Kontakt Klarheit, Offenheit, Vertrauen und Verantwortung wachsen…
Ich nehme mit meinem kunstpädagogischen Ansatz die neuen Bildungsstandards des Landes NRW und ihre Forderung nach der Öffnung von Schule für ein neues selbstbestimmteres Lehren und Lernen durch ein anderes Lehrer- und Schüler-Rollenverständnis ernst und versuche, einen Kunstunterricht zu machen, der schülerzentriert, methodenoffen, individuell und gruppenbezogen, heterogen und inklusiv eigenverantwortliches Lernen von Schülerinnen und Schülern fördern will.
Die bei „SCHOLL.Projekte“ erbrachten Leistungen von Schülerinnen und Schülern ragen in der Regel quantitativ und qualitativ über kompetenzorientierte Erwartungen hinaus. Das wird an den öffentlich ausgestellten Bildern, Objekten, Aktionen und Videos deutlich.  Ästhetische und persönliche Erfahrungen, die die jungen Menschen in diesen intensiven gestalterischen Prozessengemacht haben, können nachhaltig über die Schule hinaus ins eigene Leben hinein wirken.

Zum Hintergrund meiner Arbeit:
Ich arbeite nach meinem Staatsexamen (Kunst und Pädagogik Sek II) seit Mitte der 80er Jahre interdisziplinär als Bildender Künstler, Projektemacher und auch als Medienpädagoge mit computergestützten Medien. (http://www.ortungen.de/VitaLemke.pdf)
Von 1989 bis 2001 habe ich an der Kunstakademie Münster für die Bereiche Kunstpädagogik/Kunstdidaktik und Freie Kunst die Werkstatt “Digitale Kunst” konzipiert, aufgebaut und kommissarisch geleitet. Zusammen mit dem Kunstpsychologen und Kunstdidaktiker Prof. Dr. Max Jürgen Kobbert entwickelte ich als Lehr- und Lernprinzip “Digitale Medien genauso selbstverständlich als Werkzeuge nutzen, wie Pinsel und Bleistift”.
Als Lehrbeauftragter habe ich an der Kunstakademie bis 2005 Studierende aller Lehrämter (Primarstufe, Sek I, Sek II, freie Kunst) unterrichtet und künstlerische Projekte mit Medienschwerpunkt mit Studierenden unter anderem zusammen mit dem Adolf-Grimme-Institut auf den Zechen Radbod (Hamm) und Haus Aden (Bergkamen) durchgeführt. (ORTungen 2002 und 2003)
Außerdem war ich für das Landesinstitut für Schule und Weiterbildung Soest im Bereich Neue Medien in der Lehrerfortbildung tätig und für den LWL habe ich im Bereich Filmbildung Moderatoren ausgebildet.
Am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Münster habe ich im Jahre 2011 zusammen mit Evelyn Futterknecht eine “Filmklasse” aufgebaut, mich bei der Einführung des “Medienpass NRW” an der Schule engagiert und aktiv im Bereich Individuelle Förderung ein die Potenziale entwickelndes Konzept für eine performative medienorientierte Projektarbeit im Kunstunterricht entwickelt.

Gremienarbeit im Kultur und Medienbereich:
Als sachkundiger Bürger habe ich Mitte der 90er Jahre im Medienbereich in der Stadt Münster das preisgekrönte Digitale Stadtnetz (PUBLIKOM http://www.muenster.de ) mitinitiiert und federführend von Seiten einer GRÜNEN Medien AG den Moderationsprozess zwischen Stadt Münster, Büne e.V. und CITYKOM begleitet. Ich war ab 2000 bis zur Übernahme durch die Finnland Telekom stellvertretender Vorsitzender des Beirats der Münsteraner Telekommunikationsfirma CITYKOM.
Als sachkundiger Bürger im Beirat/Werksausschuss der CITEQ begleite ich kritisch, die Umsetzung des Medienentwicklungsplans der Stadt Münster in den Schulen.
Seit 1996 bin ich als sachkundiger Bürger Mitglied in der Kunstkommission der Stadt Münster.

Künstlerische Arbeit:
http://ortungen.wordpress.com/impressum/
http://ortungen.wordpress.com/2011/01/29/ortungen-2010-haus-stapel-in-erwartung/
http://www.ortungen.de//LemkeProjekt SchlachthofWiesbaden.pdf

ORTungen 2017: Initiative, Manifest und künstlerische Aktion zu »LOGO\PIENE«
https://kritikmuenster.wordpress.com/2017/03/25/ortungen-2017-initiative-und-manifest-fuer-kunst-und-oeffentlichkeit-muenster/

ORTungen 2018: Theater im Pumpenhaus. Video-Installation zur Untersuchung Arbeit 4.0 Wandel durch Digitalisierung.

Medienkompetenz Schule:
digitale Medien in der Schule kompetent nutzen: 
https://medienkompetenzschule.wordpress.com

Kritiken:
http://kritikmuenster.wordpress.com

Veröffentlicht
Lemke, Jürgen (1997): „Computer an der Akademie“ in „Unterwegs“, Schriften der Kunstakademie Münster, ISBN 3-928682-156

Lemke, Jürgen (2001): „Modell Münster vor dem Aus-Verkauf? Lokale digitale Stadtnetze“ in „AKP“, Fachzeitschrift für Alternative Kommunal Politik, 2001, ISSN 0722-5474

Lemke, Jürgen (2002): „Orte im Wandel – Radbod“, Kunst mit Neuen Medien, Schriften der Kunstakademie Münster 2002, ISBN 3-928682-34-2

Lemke. Jürgen (2006): ORTungen 2006 – Schlachthof Wiesbaden. Erschienen in „Kulturszene 9, 2006“, Fonds Soziokultur, Bonn

Lemke, Jürgen (2013): Digitales mobiles (Selbst) Lernen statt Handy-Nutzungsverbot. Medienkompetenz Entwickeln. (2013), Heft 64 , S. 17-21. erschienen in der Zeitschrift “Lernende Schule, für die Praxis pädagogischer Schulentwicklung”, Friedrich Verlag

Über meine künstlerische Arbeit:
Martin Rehkopp: Jürgen Lemke, ORTungen 2006: Schlachthof Wiesbaden
http://www.ortungen.de/LemkeProjekt%20SchlachthofWiesbaden.pdf

Martin Henatsch: »ORTungen als Prinzip der Grenzüberschreitung«, 2003
http://www.ortungen.de/HenatschUeberLemkeOrtungen.pdf

Manfred Schneckenburger: »Pittoreskes im postindustriellen Verfall«, erschienen in Katalog: Orte im Wandel – Radbod, Schriften der Kunstakademie Münster, 2002

Sabine Ladwig: »Kunst als Werbefläche?«, erschienen in »Westfalium«, Spezial Skulptur Projekte Münster, 2017

Erfolge für Forschendes Lernen mit digitalen Medien: Drei Filme des Geschwister-Scholl-Gymnasiums beim »3. Schulfilmfest NRW« gewürdigt

schulfilmfest hamm 8.6.2016.JPG

Die beiden Film-Lehrenden Evelyn Futterknecht und Jürgen Lemke beim Schulfilmfest im Cinemax-Hamm mit ihren Schüler*innen

Selbstständiges Forschendes Lernen auch mit eigenen digitalen Medien: Hier ist das Geschwister-Scholl-Gymnasium Münster NRW-weit klasse! Seit Jahren schon werden an dieser Schule außergewöhnlich gute Filme mit Smartphones und IPods produziert, die immer wieder durch ihre ungewöhnlich frischen authentischen Inhalte überzeugen. Wie auch bei den letzten Festivals sind nun wieder Filme für das landesweite Filmfestival in Hamm nominiert worden. Dieses Jahr sogar drei von vier möglichen aus dem „Netzwerk Filmbildung Münster“: „Telefonieren im Unterricht“ von Johanna R. und Sanem D., „Nein zu Rassismus“ von Leonard S., Jonah B., Felix W. und Marcel G. und „Tote Mädchen vergessen nie“ von Chantal G. und Editha K..

Besonders gewürdigt wurde in Hamm der Film von Johanna R. wegen ihres wunderbar vielseitigen Rollenspiels, das Publikum und Veranstalter gleichermaßen begeistert hat. Er soll nun als gelungenes Filmbeispiel sogar auf die Homepage von „Film+Schule NRW“ gestellt werden. Auch die gute Qualität, das hohe Engagement und der Einfallsreichtum bei den anderen beiden Filme wurde bei der Überreichung der Urkunden vor großem Publikum besonders lobend herausgestellt.

Diese Erfolge sind eine Bestätigung für die außergewöhnliche Filmarbeit am Geschwister-Scholl- Gymnasium Münster in der „Filmklasse“ für Schüler*innen von Klasse 5 bis 10 und bei den „SCHOLL.Projekten“ im Kunstunterricht. Schülerinnen und Schüler bekommen viel Zeit und Raum für ihr „Forschendes Lernen mit eigenen digitalen Medien (BYOD)“, um ihre Ideen künstlerisch filmisch zu verwirklichen. Wichtig für ein Gelingen ist dabei: die Lehrenden halten sich bewusst aus den eigenständigen kreativen Prozessen der Lernenden heraus und sind eher unterstützend beratend und moderierend tätig. Für diese Lehr-Einstellung braucht es viel Erfahrung, Optimismus, Durchhaltevermögen und Gelassenheit sowie auch die Zuversicht und das Wissen um gelingende selbstgestaltende Prozesse. Wenige Lehrkräfte haben hierfür den erforderlichen Mut und vor allem die dafür notwendigen Lehr-Voraussetzungen, erworben meist in außerschulischen künstlerisch kreativen Projekt-Kontexten. Wichtige Erkenntnis daraus: Die eigenen Ideen von Schüler*innen sind ein schützenswertes und intrinsisch zu beförderndes, für ihr lebenslanges Lernen, wichtiges Gut. Nur eine Individuelle Förderung, die dies berücksichtigt, kann herausragende und ungewöhnliche Ergebnisse außerhalb eines engen Erwartungshorizontes erzielen.

Umso unverständlicher, dass innovative Lehr-Formen und Methoden mit digitalen Medien für eine mehr schülerzentrierte offene und projektorientierte Arbeit in Schule immer noch wenig anerkannt, gewürdigt und gefördert werden, ja oft eher kritisch beäugt und mit dem Hinweis auf Lehrpläne diskreditiert werden. Die seit Jahren anhaltenden Erfolge am Geschwister-Scholl-Gymnasium durch eigenverantwortliches Forschendes Lernen mit digitalen Medien sowie durch eine performative selbstbestimmt forschende Projektarbeit im Kunstbereich machen deutlich, dass rückwärts gewandte Haltungen sich einer konstruktiven Auseinandersetzung stellen sollten.

 

 

Erfolgreiche Nominierungen für Schülerfilme des Geschwister-Scholl-Gymnasiums beim “3. Schulfilmfest NRW 2016” in Hamm

Prof. Dr. Martin Epkenhans vom „Netzwerk Filmbildung Münster“ überbrachte heute die Nachricht, dass eine Auswahlkommission in zwei Kategorien die Filme ausgewählt hat, die auf dem landesweiten Filmfest in Hamm präsentiert werden. Jedes der Netzwerke in NRW durfte jeweils 2 Filme pro Kategorie für Hamm auswählen, davon sind drei Filme von Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Münster erstellt worden:

„Herzlichen Glückwunsch! Euer Film ist für das landesweite Schulfilmfest am 8. Juni, 10.00 Uhr im Cineplex in Hamm nominiert! Dort wird euer Film in festlichem Rahmen vor großem Publikum präsentiert. Nach der Vorführung aller nominierten Filme aus ganz NRW seid ihr zu Film-Workshops im Kino eingeladen. Filmschaffende werden ihre Arbeit vorstellen und euch für eure Fragen zur Verfügung stehen. Ende der Veranstaltung ist voraussichtlich gegen 15.00 Uhr. Die Teilnahme am landesweiten Schulfilmfest ist für euch selbstverständlich kostenlos.“

Folgende Filme aus dem Geschwister-Scholl-Gymnasium werden am 8. Juni ab 10 Uhr im Cineplex Hamm beim „3. SCHULFILMFEST NRW 2016“ gezeigt:

In der Kategorie 1. – 6. Klasse:

Telefonieren im Unterricht.jpg

„Telefonieren im Unterricht“, ein Film von Johanna R. und Sanem D., Klasse 6a.
Der Film zeigt in einem lustigen Rollenspiel zum Thema „Handy und Schule“, wie man eine Lehrerin so richtig auf die Palme bringt. Produziert wurde er in der „FILMKLASSE“ des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, Münster.

In der Kategorie 7. – 13. Klasse:

Nein zu Rassismus.jpg

„Nein zu Rassismus“, ein Film von Leonard S., Klasse, 6a, Jonah B., Klasse 6b, Felix W. und Marcel G., Klasse 7a
Der Film “Nein zu Rassismus“ handelt davon, wie Schüler durch ihr engagiertes und mutiges Eingreifen, Mobbing und Rassismus in der Schule verhindern. Er wurde ebenfalls in der „FILMKLASSE“ produziert.

Tote Mädchen vergessen nie.jpg

„Tote Mädchen vergessen nie“, ein Film von Chantal G. und Editha K., Klasse 7a.
Der fröhliche Waldspaziergang zweier Freundinnen endet tragisch. Irgendwann tauchen dann unheimliche Erinnerungen auf – zwischen (Alb)Traum und Wirklichkeit. Der Film wurde im projektorientierten Kunstunterricht »SCHOLL.Projekte« bei Jürgen Lemke produziert.

ORTungen 2015: SCHOLL.Projekte – Ideen ins Zentrum

plakat-schollprojekte-2015

Am Samstag, den 24.10. Um 15 Uhr wird auf dem Idenbrockplatz in Münster-Kinderhaus die Ausstellung SCHOLL.Projekte eröffnet.

Nach den erfolgreichen Ausstellungen 2011 und 2013 folgt nun im Jahr des 40 jährigen Schuljubiläums des Geschwister-Scholl-Gymnasiums „Scholl.Projekte 2015: Ideen ins Zentrum“.
Im Rahmen des Kunst- und Kult-Unterrichts haben sich Schülerinnen und Schüler aus den achten und neunten Klassen mit dem Thema Raum auseinandergesetzt und dabei auch vielfältige Ideen zu ihrem öffentlichen Nahraum Zentrum Kinderhaus entwickelt.
Wie erleben Jugendliche das Kinderhauser Zentrum und wie reagieren sie auf diesen schulnahen Ort mit ihren gestalterischen Ideen unter Aspekten von „Kunst im Öffentlichen Raum“? Wie können Lernende mit eigenen Ideen im schulischen Umfeld wirken und teilhaben? Ihren alltäglichen Umraum neu wahrnehmen lernen, sich als gestalterisch Handelnde erleben und somit „Raum“ auch als etwas Veränderbares begreifen.
Präsentiert werden unter anderem:

  • „Digitale Bild-Ideen zum Zentrum Kinderhaus“: in Schaufenstern rund um den Idenbrockplatz bis hin zum „Neuen Zentrum“ werden vielfältige und auch ungewöhnliche Ideen zur Veränderung des Zentrums Kinderhaus gezeigt. Foto-Collagen mittels digitaler Bildbearbeitung sowie auch Zitate der Geschwister Scholl, die den roten Ziegelstrukturen des Ortes eingeschrieben sind. Es geht hierbei nicht um das perfekte makellose digitale Bild sondern eher um skizzenhafte Entwürfe bei denen die Idee im Zentrum steht…
  • Aktion „Weiße Rose“: die weiße Rose, Symbol der Geschwister Scholl für ihren Widerstand im Nationalsozialismus, wird per Schablone und abwaschbarer weißer Kreide an geeigneten Stellen angebracht: Franziska R., Davina W., Tajana S..
  • ein Buchprojekt von Ruth M.: „Leben, das Meines sein sollte“: der erste Roman im Schaufenster des Kinderhauser Bücherzentrums Bilke
  • ein Zentrums-Vergleich zwischen Frankreich und Deutschland von Lisa H. und Momo F.
  • eine Foto-Aktion und Banner – Portraitfotos von 10 MitschülerInnen mit “Migrationshintergrund” von Lilli Zorn zum Thema „Brücken bauen zwischen den Nationen“
  • eine Tatort-Installation von Sara Jane T. und Johanna L.
  • eine Aktion mit Ponys und weitere Überraschungen…

Zur Eröffnung am 24.10.2015 um 15 Uhr auf dem Idenbrockplatz, Münster-Kinderhaus, laden wir herzlich. Es sprechen Schulleiter Ralf Cyrus und Kunstlehrer Jürgen Lemke.

IMG_9237

Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken46

Aktion TAtort

Installation „Tatort im Zentrum“, Sara T., Johanna L.
Ausstellungsbesucher*innen konnten anhand beschilderter Artefakte (Kreidezeichnung liegender Person, Scherben, Blutspritzer, Stiefel, etc) eine eigene Geschichte des Tathergangs entwickeln…

Aktion %22Finde Das Zentrum%226

Aktion „Finde das Zentrum“, Carolin W.
Mit verbundenen Augen versuchten 4 Darstellerinnen vorsichtig tastend ihren Weg ins Zentrum zu finden  

Aktion „Halten Sie bitte mal mein Pony“,  Ellen O., Sophia G., Antonia H.
Was passiert eigentlich mit ihrer Wahrnehmung, wenn Sie ganz überraschend ein Tier an der Leine haben?

„Digitale Bild-Ideen, Collagen zur Veränderung des Zentrums Kinderhaus“ ausgestellt in den Schaufenstern rund um den Idenbrockplatz:

Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken1

Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken2

Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken6 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken7 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken8 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken10 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken19 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken23 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken24 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken25 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken27 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken50 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken43 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken38 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken37 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken31 Schollprojekte 2015 Fotos nachdrucken30

 

 

SCHOLL.Filme beim „2. SCHULFILMFEST NRW 2015“


IMG_8222

Erfolgreiche Beteiligungen von Schülerfilmen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums beim „2. SCHULFILMFEST NRW 2015“ im Cineplex in Hamm

Bereits zum zweiten Mal fand in Hamm das landesweite „SCHULFILMFEST NRW 2015“ statt. Dabei wurden die folgenden Filme von Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Münster, die durch eine Auswahlkommission des „Netzwerks Film+Schule“ nominiert waren, am 9. Juni im Cineplex Hamm gezeigt:

In der Kategorie 1. – 6. Klasse: „Ultimate Handschuh“, ein Film von:
Nils B., Klasse 5b, Louis F., Klasse 5c, Maxim F. und Marcel G., Klasse 6a.
Der Film “Ultimate Handschuh“ zeigt ein Verwirrspiel um einen mächtig machenden Handschuh. Produziert wurde er im Rahmen der FILMKLASSE des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.

In der Kategorie 7. – 13. Klasse: „Wenn Fische weinen könnten“, ein Film von Lilli Z., Klasse 7b, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Münster. “Wenn Fische weinen könnten” ist ein engagierter Film zur Vermeidung von Plastikmüll in den Weltmeeren: im Mittelpunkt ein Fisch. Lilli hat ihre überzeugende filmische Idee noch mit selbst komponierter Musik unterstützt. Der Film ist im Rahmen des projektorientierten Kunstunterrichts „SCHOLL.Projekte“ bei Jürgen Lemke entstanden.

Wenn FischeWeinenKoennten

„1. Schulfilmfest NRW“ in Hamm: Geschwister-Scholl-Gymnasium ist mit zwei Filmen gut vertreten

kunstunterricht

„Herzlichen Glückwunsch! Der Film, den Sie mit Ihrer Schülergruppe erstellt haben, wurde von Ihrem lokalen Netzwerk der Filmbildung für das landesweite Schulfilmfest am 03.06. in Hamm nominiert!…“ Diese freudige Botschaft erreichte die Filmbildenden Evelyn Futterknecht und Jürgen Lemke am Geschwister-Scholl-Gymnasium.

Aus dem „Netzwerk Filmbildung Münster“, zu dem sich einige Schulen, Kinos und Filmproduktionsstätten in Münster zusammengeschlossen haben, sind sechs Filme für das „1. SchulFilmFest NRW“ ausgewählt, die am 3. Juni um 10 Uhr im CINEPLEX Hamm über die große Leinwand gehen werden. In feierlichem Rahmen werden dort die besten Filme der regionalen Netzwerke aus NRW ihre Stadt repräsentieren.
Darunter sind auch zwei Filme des Geschwister-Scholl-Gymnasiums: „Kunstunterricht…“ von Diljin A. und Chantal G. sowie „Álvaro Chaplin“ von Johannes S., Mark K. und Álvaro C..

Der Film „Kunstunterricht…“, in dem es um einen Malwettbewerb an der Schultafel geht, ist in der „Filmklasse“ des GSG produziert worden, die die beiden Lehrer 2011 gegründet haben. Futterknecht und Lemke wollen die „Filmklasse“ zu einem Profilfach mit eigenem Curriculum bis Klasse 10 an ihrer Schule ausbauen. Unterstützend für ihr Vorhaben ist die Mitgliedschaft des GSG im „Netzwerk Filmbildung NRW“. Die Schule hat sich hier vertraglich verpflichtet, die unterrichtliche Filmbildung in das Schulprogramm und in die schulinternen Curricula aufzunehmen. Mit neu angeschafften IPods und Tablets und intuitivem Selbstlernkonzept ist die Filmklasse hierfür gut aufgestellt.

Der zweite Film „Álvaro Chaplin“, eine Verfolgungsjagd im Charlie Chaplin Stil, ist im Kunstunterricht bei Jürgen Lemke erstellt worden. Auch hier gehört eine innovative Arbeit mit mobilen filmischen Medien, wie Smartphones, im Rahmen des performativen Projektunterrichts »SCHOLL.Projekte« in den Fächern Kunst und KULT so selbstverständlich dazu, wie der Gebrauch von Pinsel und Bleistift.
Für Lehrer und Schüler ist die Einladung zum landesweiten SchülerFilmFest NRW eine Bestätigung für ihre außergewöhnliche und erfolgreiche Filmarbeit am Geschwister-Scholl-Gymnasium.

alvaro chaplin

IMG_4570

Kunstausstellung „ORTungen 2013: SCHOLL.Projekte – Kunst ins Zentrum“ im Kinderhauser Zentrum

Bildschirmfoto 2013-05-21 um 23.28.20

Am Samstag, den 8.6. um 15 Uhr ist es wieder soweit: Das Geschwister-Scholl-Gymnasium wirbelt mit seiner Ausstellung “SCHOLL.Projekte” das Kinderhauser Zentrum mit ungewöhnlichen und auch provokanten künstlerischen Beiträgen ordentlich durcheinander: “PushBoy“ und „Sonnensystem“ im Bürgerhaus, „Augen an Gebäuden”, “Zimmerpflanzen“ und weitere “Aktionen im Zentrum”, seltsame Tiere im “Zoo Kinderhaus” und “Anti-Gewalt-Videos” im und auf dem Parkhaus. Ungewöhnliche Türklinken und andere verlorene Gegenstände werden fotografisch gesammelt. Bunte Brötchen bei Schrunz werben für Toleranz. Maskierte Besucherinnen irritieren bei Pieper, Brillen Bell, bei Schrunz und beim Friseur. Fotos in digitalen und realen Bilderrahmen in der Stadtsparkasse. Videos im Bürgerhaus – Schule: „Einfach zu viel“, “Rückwärtsläufe” und der selbstkomponierte Song “Sleepwalker” als Musikvideo.

Nach der erfolgreichen Ausstellung im Jahr 2011 werden auch in diesem Jahr wieder „Ortungen 2013: SCHOLL.Projekte“ durchgeführt, bei der Schülerinnen und Schüler im Fach Kunst ihre eigenen Ideen im schulischen Umfeld entwickeln: Raus aus der Schule, mitten hinein ins Leben.

Wie erleben Jugendliche das Kinderhauser Zentrum unmittelbar neben ihrer Schule?
Wie reagieren sie auf diesen Ort unter ästhetischen, architektonischen, sozialen, psychologischen und atmosphärischen Aspekten von „Kunst im Öffentlichen Raum“?
Wie können Heranwachsende aktiv und gestaltend im Öffentlichen wirken und teilhaben?
Sich als „ästhetisch“ Handelnde, Forschende und Mitgestaltende erleben, ihren städtischen Umraum neu und bewusster wahrnehmen lernen und als einen gestaltbaren und somit auch als einen für sie erreichbaren und veränderbaren Ort begreifen.
Schülerinnen und Schüler entwickeln eigenständig ihre Ideen und erproben deren Realisierung zum Beispiel in Kontakt mit Ladenbesitzern am Idenbrockplatz, wenn sie deren Schaufenster mit ungewöhnlich gestalteten Objekten oder Installationen bestücken wollen. Auf diese Weise sind viele außergewöhnliche Bilder, Objekte, Videos, Dokumentationen und Aktionen rund um Idenbrockplatz und Bürgerzentrum in Kinderhaus entwickelt worden.

Westfälische Nachrichten vom 23.05.2013 “Scholl-Schüler bringen Kunstprojekte ins Zentrum” | Kunst trifft Kohl

presse schollprojekte Ortungen 2013 [1]

das auge sucht einen platz scholl presse

Hier einige der zahlreichen spannenden Projektbeispiele:

„Toleranz“ (Installation) von Greta W., Katharina K., Anna M. (Klasse 9b): Vielfältige bunte, große und kleine – nicht ganz den Erwartungen entsprechende – Back-Objekte neben genormten Brötchen thematisieren „Toleranz“ in der Bäckerei Schrunz.
„Watching Center“ (Installation) von Sophia K., Karola M. (Klasse 9b): Überdimensionale Augen an verschiedenen Gebäuden scheinen den Idenbrockplatz zu beobachten und verbreiten eine unheimliche Atmosphäre.

%22WatchingCenter%22
“Symbole“ (Installation) von Regina B., Henrike M. (Klasse 8c): eine Installation, die unterschiedliche Bildzeichen im Schaufenster von Sport Pieper nebeneinander stellt und Räume öffnet für andere Wahrnehmungen.

SymboleSportPieper
„Kunst-Bäume“ (Installation) von Filsan A. (Klasse 8b): Kleine grüne Modell-Bäumchen irritieren an verschiedenen Orten und wollen symbolisch das durch rote Backsteine dominierte Zentrum begrünen.

%22Bäume%22 Filsan Abdi
„Zoo Kinderhaus“ (Installation) von Nils L., Paul M., Piet H. (Kult 9) Installation mit Schild und seltenem Tier unterm Bürgerhaus Kinderhaus.

%22ZooKinderhaus%22
„Aktionen im Zentrum“ (Videodokumentation, Aktion) (Kult 8) von Hannah M., Maike S., Lea F., Silvana A., Anna K., Christina R., Nicole B., Marina F., Katharina J., Nele W. (Kult 8): Ortsbezogene Improvisationen und Choreografien mit Masken an verschiedenen Orten im Zentrum (Brillen Bell, Friseurladen, Bäckerei Schrunz, Parkhaus, Sperrmüll,…)

aktionenimZentrum2Aktionen FriseurAktionen BrillenBell

SCHOLLProjekteKunstaktionBrillenBell1

“LOL Kinderhaus“ (Foto) von Greta B., Asya R., Margaret W. (Klasse 8b): „Laughing Out Loud“ per Foto dokumentierte Posen und Haltungen zu unterschiedlichen Orten im Zentrum Kinderhaus.
„Wasser“ (Foto) von Simona R., Jana S., Marlena L. (Klasse 8b): Fotos von Orten und Menschen mit Wasser in Kinderhaus.

wasser 23.38.53
„Türöffner“ (Fotos) Nele W., Simone F., Maike S., Lea F., Katharina J. (Klasse 8a): Eine Fotodokumentation, die die faszinierende Vielfalt der Türgriffe in Kinderhaus herausstellt.

944703_285966368205372_1204186210_n

„Lento Grill“ (Fotomontage) Peter K., Maximilian S. (Klasse 9b): Kritische digitale Veränderung an dem Firmenschild „Pronto Grill“

%22Lento Grill%22

„Fundstücke“ (Foto) Yannic W. (Klasse 8c): Weggeworfene Gegenstände im Kinderhauser Zentrum werden per Fotokamera gesammelt und dokumentiert

verloren

„Sonnensystem“ (Installation) Felix A. (Klasse 8b): Planetenobjekte (und die Sonne) in der Bücherei im Bürgerhaus

%22Sonnensystem%22 Felix Altenbach

„PushBoy“ (Installation) Mats Ole P., Martin G., Hans G -W. (Klasse 8b): Ein roter „privater“ Mülleimer wird im Zentrum (Eingangsbereich Bürgerhaus) am Boden festgeschraubt und dient nun im Öffentlichen als ein Experimentier- und Demonstrations-Objekt für Müllentsorgung

%22PushBoy%22

„Stuhl im Zentrum “ (Fotoaktion) Patricia A. (Klasse 9) Fotoaktion mit Schul-Stuhl und Menschen im Kinderhauser Zentrum
Stuhl 23.40.42
stuhl 23.41.47
Aus dem im Bürgerhaus präsentierten FILMPROGRAMM der SCHOLL-Projekte werden ab Freitag, den 5.7.2013 die folgenden Filme beim 3. Schüler-Filmfestival Münster im CINEMA gezeigt:

„Einfach zu viel“ (Video 2.11) Maren K., Finia W. (Kult 9) Kurzfilm über schulisch bedingten Druck und Stress bei Jugendlichen

Einfach Zuviel 2

„Hairway“ (Video 3.25)  Lea R., Anna-Lena T., Franziska E. (Kult 9) Menschen mit unterschiedlichen Haaren und Frisuren werden ein Stück ihres Weges zwischen Schule und Kinderhauser Zentrum mit der Kamera begleitet

Hairway

„I love CentralGrill“ (Video 3.26 ) Ahmed M., Nick H., Jure S.
Schüler haben Fragen zum Kinderhauser Zentrum an Anwohner und Besucher gestellt und in einem rasanten Video dokumentiert

„Handeln“ (Video 2.39) Coraghessan – M. S., Maikel F., Simon K. (Klasse 8b) Ein Anti-Gewalt Video im Parkhaus

%22Handeln%22-Anti-Gewalt Video

„Reverse Video“ (Video 3.02) Johannes S., Jan U., Matteo J., Álvaro C., Nicolin B. (Klasse 8a) Experimentelles Video mit Rückwärtsläufern im Kinderhauser Zentrum & im Geschwister-Scholl-Gymnasium

reversevideo23.38.08

„Álvaro Chaplin“ (Video 4.00) Johannes S., Mark K., Álvaro C. (Klasse 8a) Verfolgungsjagd von der Schule ins Zentrum im „Charlie Chaplin Stil“ https://www.youtube.com/watch?v=G1TU-j1JkUc

Alvaro Chaplin

„Die Rache der Smurfes“ (Video 2.31) Moritz F., Kilian K., Maxim S., Christoph S. (Klasse 9b) Wenn Gummibärchen sich wehren…

Die Rache Der Smurfs

„Goethe trifft Geschäft“ (Video 1.20 ) David R. (Klasse 8a) Das Goethe-Gedicht „Mailied“ wird im Kinderhauser Zentrum von Geschäftsinhabern und Kunden rezitiert

Die vielfältigen Ideen sind im Rahmen des Konzepts „SCHOLL.Projekte“, einer performativen Projektarbeit im Kunst- und Kultunterricht der achten und neunten Klassen, unter der künstlerischen Leitung des Künstlers und Kunstpädagogen Jürgen Lemke (im Differenzierungskurs KULT 8 zusammen mit Jana Wegscheider) entwickelt worden.
Die Ausstellung versucht neue Perspektiven auf den Ort Münster-Kinderhaus mit Methoden einer individuell fördernden und performativen Projektarbeit im Fach Kunst zu eröffnen, die Schülerinnen und Schüler zur Entwicklung eigener Ideen in Auseinandersetzung mit der sie umgebenden unmittelbaren örtlichen Wirklichkeit ermutigen, befähigen, herausfordern und begeistern will. Sie steht in der Tradition einer ortsbezogenen künstlerischen Arbeit, die sich an Prinzipien von „Kunst im Öffentlichem Raum“ orientiert: ortsbezogen, verändernd, sozial, ästhetisch, intervenierend, provokativ, irritierend, architekturbezogen, partizipierend, psychologisch, medienorientiert, historisch, körperlich, im „Hier und Jetzt“ …

Die Ausstellung findet wieder im Rahmen des von der Stadt Münster veranstalteten Projekts „Kunst Trifft Kohl“ in Kinderhaus statt und wird von der Stadtsparkasse Münster unterstützt.

Eröffnung der Ausstellung: Samstag, den 8.6. um 15 Uhr am Bürgerhaus, Idenbrockplatz in Münster Kinderhaus

LOL Kinderhaus 8b

„LOL Kinderhaus“

Kunstunterricht: Von eigenen Ideen beflügelt – begeistert Selbst-Lernen

Wie können im Kunstunterricht die eigenen Ideen von Schülerinnen und Schülern, ihre Bilder, Wünsche, Träume, ihre gestalterische Handschrift, ihre ästhetischen Vorstellungen stärker in die Welt kommen? Schule im Fach Kunst hat die Aufgabe, Bildkompetenzen zu entwickeln und eine gestalterische Persönlichkeit auszubilden… Lernpotenziale individuell unter heterogenen und inklusiven Bedingungen zu entfalten…
Warum ist ein schülerzentriertes differenziertes individualisiertes Lehren und Lernen wichtig? Wegen Leistungsmessung und Notenbewertung steht auch im Kunstunterricht an Gymnasien bei Aufgabenstellungen und Ergebnissen in der Regel eher die Gleichartigkeit von Ergebnissen im Vordergrund (Homogenität), nicht aber Individuelle Förderung und Heterogenität…: 30 ähnliche Bildergebnisse dokumentieren immer noch eher eine oft altbackene technikorientierte „Kunst-Fleißarbeit“ an schulischen Wänden anstatt ungewöhnliche auch sperrige kreative eigene Ideen und Lösungen von Lernenden beispielhaft voran zu stellen.

Alle Lehrenden sind seit 2011 im Fach Kunst aufgefordert, ihren Unterricht an den Neuen Bildungsstandards auszurichten

  • es erfolgte eine Umstellung der Lehrpläne in Richtung Kompetenzorientierung
  • von einer bisher eher „lehrerzentrierten Wissensvermittlung“ zu einem individualisierten, die unterschiedlichen Lernausgangslagen berücksichtigenden, mehr „schülerzentrierten selbstständigen Lernen“
  • vom „Wissen“ zum „Können“ (Output-Orientierung)
  • veränderte Rolle der Lehrerenden: vom Wissensvermittelnden, zum „Anbietenden von Lerngelegenheiten“, Berater, Lernbegleiter, Moderator, …
  • erwartet wird eine Methodenvielfalt, um individuell zu fördern und zu fordern
  • Ziel des Kunstunterrichts ist es, Bildkompetenzen und eine gestalterische Persönlichkeit zu entwickeln
  • Kompetenzorientierung erfordert eine Ausrichtung des Unterrichts, die zum selbstgesteuerten, auf das Individuum ausgerichteten Lernen hinzielt. SuS müssen befähigt werden, lebenslang selbstgesteuert lernen zu können…

(s. KLP Kunst Sek. I Gymnasium 2011)

Die Abbildung zeigt im Rahmen der Ausstellung „Was mich bewegt – Bilder, Ideen, Wünsche und Träume von 13Jährigen“ für das „Internationale Theaterfestival HALBSTARK, Münster 2012“ Projektbeispiele von Schülerinnen und Schülern der 7. Klassen aus dem performativen projektorientierten Kunstunterricht von Jürgen Lemke am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Münster – Schulhalbjahr März bis Juli 2012:

Welche Vielfalt und Qualität entstehen kann, wenn auch eigene Ideen im Rahmen einer mehr selbstgesteuerten Projektarbeit entwickelt werden dürfen: im forschenden Selbstlern-Prozess über Brainstorming und Mindmap, Projekt-Steckbrief und Projekt-Lern-Tagebuch (Portfolio), hin zu Produkt-Präsentation, Rezeption und Reflexion…

Ich versuche einen eher künstlerischen kunstpädagogischen Ansatz in meinem Unterricht zu realisieren. Als Bildender Künstler und Projektemacher bin ich mit meinem künstlerischen Konzept „ORTungen“ multimedial, interdisziplinär und realinszenierend forschend unterwegs. (http://ortungen.wordpress.com/impressum/) Mit einer interdisziplinären performativen Arbeit zwischen Kunst und Pädagogik versuche ich auch in der Schule, Lernende dort abzuholen, wo sie selbst stehen. Die Entwicklung ihrer eigenen Ideen, Potenziale und Kompetenzen zwischen medialer, theatraler und kunstbezogener Bildarbeit in einem heterogenen Lernfeld stehen dabei im Mittelpunkt meines projektorientierten performativen Kunstunterrichts. Hier darf parallel kreative Vielfalt in einem heterogenen forschenden Selbst-Lern-Umfeld wachsen, das neugierig hält und intrinsisch Lernen beschleunigen kann: ein multimedialer Werk-Raum in dem gleichzeitig in Projekten ideenreich gezeichnet, gemalt, gebaut, fotografiert, collagiert, gefilmt, plastiziert und geformt wird.
Lernende können unter mehr intrinsisch motivierten Bedingungen eher begeistert und motiviert gleichzeitig in einem Raum mit unterschiedlichen Techniken an der Umsetzung eigener Ideen arbeiten. Ich öffne bewusst Räume für eine möglichst offene selbstgesteuerte forschende Arbeit insbesondere für Lernende, die an der Schwelle ihrer Veränderung zwischen Kind-Sein und Erwachsen-Werden stehen. Gerade Jugendliche im „Sturm und Drang-Alter“ brauchen eigene Räume zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Räume, die ihnen auch und gerade in Schule ermöglichen können, sich freier neugierig forschend und selbstentdeckend zu bewegen, um ihre eigenen Ideen zu entwickeln.
Ich begegne Lernenden mit einer offenen vertrauengebenden Grundhaltung, die ihnen Mut machen will, ihre Eigenverantwortlichkeit stärken möchte, sie zu einem mehr selbstbestimmten Handeln herausfordert und ihnen dabei auch notwendige Rahmenbedingungen für erforderliche Grenzkontakte gibt. „Leben ist fließen, an der Grenze formt sich Gestalt“. Die Herausforderung von Grenze, der Umgang mit Regeln und Kontrolle sowie das Risiko, deren Verlust zu wagen, sind wichtig für Lernende und Lehrende. Hier können im Kontakt Klarheit, Offenheit, Vertrauen, Verantwortung und Transparenz wachsen.
Ich nehme mit meinem kunstpädagogischen Konzept die neuen Bildungsstandards des Landes NRW und ihr Bestreben nach einer Öffnung von Schule für ein neues Lehren und Lernen durch ein erweitertes Lehrer- und Schüler-Rollenverständnis auch unter den neuen Anforderungen von Inklusion ernst: Lernende können in dieser speziellen Projektarbeit  ihrem Lern- und Entwicklungsstand entsprechend nachhaltig eigene Potenziale entwickeln und ausdrücken. Ich versuche, einen Kunstunterricht zu machen, der schülerzentriert, methodenoffen, individuell beratend, heterogen und inklusiv eigenverantwortliches Lernen von Schülerinnen und Schülern fördern kann. Die Übergangsphase zwischen Kind-Sein und Erwachsen-Werden, hin zur Pubertät, birgt Zwischen-Welten, die immer wieder geprägt sind von ständigen Widersprüchen, existenziellen Grenz-Erfahrungen, Tabubrüchen, Herausforderungen, Mutproben, erster Liebe, Gefühlsverwirrungen, großen inneren Bewegungen, Kontakt-Abrüchen, Verletzungen und auch Selbst-Verletzungen. Gefühlszuständen zwischen Himmel-Hoch-Jauchzend und Zu-Tode-Betrübt, Allein-Sein und Für-Immer-Zusammen-Sein, Selbst-Darstellungswünschen und Angst-Sich-Zu-Zeigen, Identitäts-Brüchen, Herausforderungen, Wagnissen, Auf- und Abs und Hin und Her…
Das verdient besondere Achtsamkeit, Wertschätzung und Raum für eigene Gestaltungen. Aus meinen bisherigen Lehr- und Lern-Erfahrungen aus Schule, Hochschule, Wirtschaft, Theater, Werkstatt Digitale Kunst und Atelier –  in Auseinandersetzung mit den Neuen Bildungsstandards für das Fach Kunst Sek I an Gymnasien habe ich ein Konzept für eine nachhaltige Entwicklung gestalterischer und organisatorischer Selbst-Lern-Kompetenzen im Kunstunterricht der Mittelstufe (7./8./9. Klasse) entwickelt:


Selbstgesteuerte kompetenzorientierte performative Ideen- und Projektentwicklung als integratives Unterrichtsvorhaben im Kunstunterricht

Wichtig als Ausgangspunkt für eine eigenständige Ideenentwicklung hin zu einem präsentablen Produkt ist eine offene Aufgabenstellung innerhalb eines definierten Zeitrahmens: „Du darfst Deine Idee frei gestalten, das verwirklichen, was Du immer schon in Kunst machen willst. In einer Technik deiner Wahl… Allein oder zusammen mit Anderen… Du hast dafür zwei Monate Zeit…“

Schülerinnen und Schüler können 

  1. die eigene Idee entwickeln mit Hilfe von angeleiteten Methoden wie „Phantasiereise“,  „Brainstorming“ und „Mindmapping“ (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: ÜP1, ÜP2, ÜP3)
  2. die eigene Idee formulieren, präzisieren und strukturieren lernen mithilfe der Methode: „PROJEKT-STECKBRIEF“ und hierbei auch lernen, unterschiedliche Schriften und Schriftschnitte, eine Skizze sowie das Layout einer Seite zu gestalten. Einzelne Fragen zur Idee helfen bei der Strukturierung: Was? Wer? Wo? Womit? Wie lange? Für wen? (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: ÜR3, FoP1, StP1, StP3, P/S-P2, P/S-P3)
  3. ihre Idee aus unterschiedlichen Perspektiven visualisieren und planen sowie in eine zeitliche Bildabfolge übersetzen. Anhand der Erstellung eines „STORYBOARDs“ lernen sie, ihre Idee von verschiedenen Seiten aus anzuschauen, vorzustellen, zu zeichnen und darzustellen. Und beachten dabei auch Merkmale von Räumlichkeit, Überdeckung, Staffelung, Höhenlage sowie Vogel-, Normal-, Froschperspektive und auch Kameraeinstellungen von Totale bis Detail (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: FoP1, FoP2, FoP4, FoP5, StP1, StP3, )
  4. ihre Idee recherchieren: Welche Künstler und Gestalter haben in dieser Technik oder mit diesem Material schon gearbeitet? Wie geht das genau? Hierzu wird für die spätere Präsentation und Vermittlung an die anderen Lernenden im Internet Material gesammelt. Hierbei darf sich die Idee auch noch verändern. (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: ÜP1, ÜP3, ÜR3, P/S-P1)
  5. ihre Idee produzieren: Entscheiden ob allein oder im Team: die eigene Idee kommunizieren, verhandeln, durchsetzen oder Kompromisse finden –  sich mit der notwendigen gestalterischen Technik und Methode mit Unterstützung des Lehrenden (Koordinator, Berater, Moderator, Vermittler, Streitschlichter, …) vertraut machen (Malen, Zeichnen, Bauen, Plastizieren und medienkompetent durch selbstständigen Einsatz von Videokamera, Smartphone, App…s, etc im heterogenen Lernumfeld und Netzwerk (LOL) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: ÜP1, ÜP3, ÜR3, StP2, P/S-P1… weitere hierbei erlernbare Kompetenzen sind leider im Lehrplan noch nicht enthalten )
  6. ihre ZEIT selbstverantwortlich und mit anderen planen: Absprachen treffen, Verabredungen einhalten, Arbeitsziele und Termine setzen, etc (Teamfähigkeiten) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: Diese Kompetenzen sind leider im Lehrplan noch nicht enthalten)
  7. ihr MATERIAL eigenständig besorgen und darüber ihre Selbstverantwortlichkeit erproben und stärken – nachhaltig Medienkompetenz lernen mit eigenen Medien nach dem BYOD Prinzip (Bring Your Own Device): Eigene mobile digitale Geräte, wie Smartphone, Kamera, Laptop, Tablet, IPod, etc mitbringen dürfen und nutzen (Mobiles Digitales Lernen, Medienprodukt erstellen, Medienpass NRW Bezug) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: MaP1, MaP2, MaP3 … weitere hierbei erlernbare Kompetenzen sind leider im Lehrplan noch nicht explizit enthalten)
  8. ihre LERN-ORTE frei wählen und erweitern: Ideenbezogene Umsetzungen an anderen Orten erlauben, auch schulunabhängiges Lernen und Forschen ermöglichen, ob zuhause oder im Umfeld – mit einem Erlaubnisschreiben der Eltern (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: Diese Kompetenzen sind im Lehrplan nicht enthalten)
  9. ihre gestalterische ARBEIT – Einzeln, zu Zweit oder im Team – planen, produzieren und selbst organisieren: Wer kann was? Fähigkeiten sondieren, Verantwortlichkeiten delegieren, Absprachen einhalten, Konflikte lösen (Soziale Kompetenzen, Kooperieren lernen) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: Kompetenzen sind leider im Lehrplan nicht explizit enthalten)
  10. ihre Ideen- und Projektentwicklung und ihre Lernfortschritte in einem PROJEKT-LERN-TAGEBUCH per Foto, Skizze, Text anhand vorgegebener Kriterien auch fachsprachlich reflektieren und dokumentieren: Was habe ich gemacht? Was habe ich gelernt? Welches bildnerische Verfahren/Genre habe(n) ich/wir beim Projekt eingesetzt? („Bild“ oder auch „Bildwerk“ kann stehen für: Zeichnung, Malerei, Plastik, Skulptur, Objekt, Installation, Fotografie, Collage, Frottage, Druckverfahren, Film/Video, Tanz/Performance, Aktion, Animation, Soziale Plastik, Anderes… ) Bitte beschreibe… Welche „bildnerischen und gestalterischen Mittel“ habe ich eingesetzt und wie? (Punkt, Linie, Fläche, Formen, Farbe, Kontraste, Material, Räumlichkeit, Licht/Schatten, Schraffur, Bild-Komposition, Musik, Ton, Sprache, Geräusch, Bildschnitt, Effekte, Kameraeinstellungen, …?)   Welche Gestaltungsformen wirken dabei spannend, dynamisch oder ruhig, ausgeglichen – oder auch neu, überraschend, abwechslungsreich, rhythmisch, überladen, kontrastreich: Groß-klein, viel-wenig, kurz-lang, rund-spitz, … Wie bin ich im Projekt mit dem Thema „Raum“ bzw „Bildraum“ umgegangen? Wie habe ich den Raum inszeniert? Bei der Motivauswahl/Inszenierung Vorder-, Mittel- und Hintergrund beachtet? Bewusst gestaltet…? Kameraeinstellungen Detail bis Totale genutzt? Raumdarstellung (Vorder-, Mittel-, Hinter-grund, Überschneidung (davor, dahinter), Staffelung, Verkleinerung, Höhenlage (oben, unten), Flächenorganisation, vorn, hinten, kleiner, größer,…Was möchte ich mit meinem „Bild“ ausdrücken/sagen? Gibt es eine künstlerisch gestalterische Strategie oder Absicht (für mein/unser Projekt)? Welche Wirkungen sollen bei einem Betrachter ausgelöst werden? (Gefühle, Irritationen, Schock, ein „ästhetisches“ Empfinden – Soll ein „Bild“gefallen oder irritieren…?) Beschreibe…Was habe ich wann, wie und womit gemacht? Was habe ich dabei erfahren, entdeckt, erforscht und gelernt? Wie bewerte ich meine eigene Arbeit, wie die der Anderen aus meiner Gruppe? (Rezeption, Leistungsnachweis und Bewertung) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: ÜR1, ÜR2, ÜR3, FoR1, FoR2, FoR3, FoR4, FoR5, FoR6, MaR1, MaR2, MaR3, FaR2, StR2, StR3, P/S-R1, P/S-R2, P/S-R3, P/S-R4, P/S-R5)
  11. ihr Projekt präsentieren: – hierbei Kompetenzen für Vortragspräsenz (Sprache, Auftreten, Körpersprache, Haltung Mimik, Gestik…) und Medienkompetenz erwerben durch selbstständiges Erarbeiten von Powerpoint, Keynote oder OpenOffice Präsentation (Foto, Film, Bild, Video, Montage, Bildbearbeitung – Kompetenzen…) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: StP3, StR2, StR3 … weitere hier  hierbei erlernbare Kompetenzen sind leider im Lehrplan noch nicht explizit enthalten)
    – ein Werbe-Plakat erstellen (Lehrplanbezug KunstNRW SEK!: Figur-Grund Beziehung, Bild/Schrift,  Bildbeschreibung – Kompetenzen) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: FoP4)
  12. ihr Projekt reflektieren und selbst bewerten (Leistungsbewertung auch durch PROJEKT-LERN-TAGEBUCH, Portfolio)

Beispiel: ORTungen 2012: Scholl.Projekte reflektiert: Im Rahmen der beim „Theaterfestival HALBSTARK 2012“ im Theater Münster ausgestellten Dokumentation „WAS MICH BEWEGT …“

Bildschirmfoto 2012-11-14 um 20.04.44

… auf welch vielfältige Ideen „Halbstarke“ kommen, wenn sie in der Schule auch tun dürfen, was sie selbst wollen und ihre darstellerischen und gestalterischen Potenziale entfalten dürfen: Heranwachsende im „halbstarken“ Alter brauchen mehr Raum und Zeit,
• um ihr eigenes Ding zu machen
• an ihren Ideen neugierig zu forschen
• sich selbst aufzuführen und zu inszenieren
• nachhaltig mit eigenen digitalen Medien zu experimentieren („BYOD Methode: Bring Your Own Device“)
• ihre „Ästhetik“, ihre gestalterische Handschrift zu entwickeln und auszudrücken
• sich in unterschiedlichen Rollen durch Improvisieren auszuprobieren und zu erfahren
• Identität an unterschiedlichen inneren und äußeren Selbst-Bildern zu erforschen
• Grenzen zu erkunden – auch durch teils provozierende ästhetische Aktionen
• um intrinsisch – von Innen heraus – motiviert, begeistert eigene Ideen zu entwickeln … Was eigeninitiativ gelernt wird, wirkt nachhaltig und ist nicht so schnell vergessen!
• es braucht in Schule selbstlernende Lehrende, die Lernende in ihrem Selbstlernprozess offen und neugierig begleiten – sie auch lassen können und eher beratend, begleitend, moderierend, coachend, fördernd unterwegs sind und nicht alles von „vorne bis hinten“ für sie regeln.

Machen wir Schule für eine innovative lebendige begeisterte performative Selbstlern-Kultur! Ideen-Vielfalt und Qualität sprengen den Erwartungshorizont. Wir brauchen in unserer Gesellschaft Menschen, die neugierig sind und es bleiben. Die auf eigene Ideen kommen und diese begeistert allein oder zusammen mit anderen in die Welt bringen. Wir sind eigentlich ein Land der Erfinder und nicht der Kopierer… Neue Bildungsstandards – die Kompetenzen erweitern und nicht verengen sollen – ermöglichen eine andere Lehr- und Lernkultur auch im Fach Kunst: vom Wissen zum Können, vom lehrerzentrierten eher instruierenden Lernen hin zu einem schülerzentrierten Selbst-Lernen. Durch individuelle Förderung kann ein „heterogenes Lernen“ wachsen: jeder kann individuell mit seinen Fähigkeiten gesehen, gewertschätzt, anerkannt und darin gefördert und herausgefordert werden. Kompetenzen sollen vermittelt werden, die eine gestalterische Persönlichkeit und eine ästhetische Grundausbildung im Fach Kunst bilden. Wie das aber am besten gelehrt und gelernt wird, dazu können und sollen nun Lehrende methodenreiche Unterrichtsvorhaben entwickeln. Sie dürfen nun sogar selbstständig, laut „Implementationsunterlagen im Fach Kunst SEK1 NRW“,  „neue Kompetenzen“ definieren… Intendiert von den Bildungsverantwortlichen ist im Kunstunterricht kein  homogenisierendes und standardisierendes Kompetenzen-Abarbeiten sondern eher ein lebendiges nachhaltiges selbst konstruierendes Lernen durch vielfältige forschende selbstentdeckende Erfahrungen in intelligenten schülerzentrierten Unterrichts-Vorhaben…
•  mehr Zeit und Raum für die eigene Idee
•  erzeugt eine höhere Ideen-Vielfalt statt Homogenität
•  Lernende können dort abgeholt werden, wo sie mit ihren Interessen stehen
•  in einem heterogenen Selbst-Lernfeld umgeben von faszinierender unterschiedlicher Vielfalt kann neugierig und begeistert – mehr Lern-Inhalt, schneller und auch nachhaltiger – gelernt werden:
die „Herausgeforderten“ können und dürfen eigenverantwortlich mit ihren Ideen hoch hinaus fliegen und für die zu „Fördernden“ bleibt dadurch mehr Zeit für eine gezielte Beratung …

was mich bewegt

FAZIT: Es ist sinnhaft und nachvollziehbar aber zugleich immer noch höchste Herausforderung in Schule:
Raum geben für ein mehr SELBSTGESTEUERTES PERFORMATIVES PROJEKTLERNEN bedeutet Vertrauen lernen und zugleich auch ein Stück Kontrolle aufgeben.
Das, was in Schule üblicherweise eher herunter geregelt wird: „neugierig sein dürfen, selbst anfassen und begreifen, sich freier bewegen dürfen, laufen, selber machen und entscheiden“ ist zugleich auch Bedingung für ein ANDERES LERNEN. Es scheint für viele Lehrende immer noch schwer vorstellbar: „Dass Schüler auch mal tun dürfen, was sie selbst wollen.“ Schule überfordert Lernende mit einer überbordenden kognitiven Wissensmasse und einem homogenen Lernverständnis (alle müssen das Gleiche in der gleichen Zeit lernen, wissen und können) und einer darauf ausgerichteten Leistungsabfrage („Bullimie-Lernen“) und einer ständigen Ruhigstellung dessen, was für Lernen Voraussetzung ist: neugierig und lebendig sein… Schule unterfordert Lernende in ihren lebendigen spielerischen Ideen, Fähigkeiten und in ihrer Kreativität. Schule fördert zu wenig das, was für Lernen Bedingung ist: die begeisterte forschende neugierige Eigenbewegung… Alle Menschen wollen Selbst-Lernen… Dazu sind wir auf der Welt.

„Was mich bewegt“, Dokumentation zu Performative Projektarbeit der 7. Klassen im Kunstunterricht v. Jürgen Lemke, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Münster. Im Foyer des „Theater Münster“ beim Internationalen Theaterfestival „Halbstark“, 2012

SCHOLL.Projekte Kurzfilme von Schülern laufen als Vorfilm im CINEMA

In Kooperation zwischen Geschwister-Scholl-Gymnasium und CINEMA werden aus der SCHOLL.Projekte Videoexperimente Produktion im November und Dezember kleine Filme im großen Kino gezeigt.

Kurzfilme sind ein eigenes Genre. Die Bandbreite ist groß und die Möglichkeiten diese Filme auf der Leinwand zu sehen gering. Im großen Saal des CINEMA ist der Vorfilm seit langem Tradition. Ab November nun werden aber auch in den beiden anderen Sälen des Programmkinos in der Warendorfer Straße Vorfilme täglich einen Platz auf der Leinwand erhalten. Einen ganz besonderen Schwerpunkt bilden dabei die Kurzfilme in der Kurbelkiste. In diesem Saal des Cinemas werden nämlich nach Möglichkeit ausschließlich Münsteraner Kurzfilme über die Leinwand flimmern.

Den Start machen dabei im November und Dezember Filme von Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Die Filme der Scholl.Projekte entstanden im projektorientierten Unterricht des Künstlers und Kunstpädagogen Jürgen Lemke und zeigen einfallsreiche Filme mit klaren prägnanten Ideen: Vom Untergang der Titanic zwischen Schulbänken, über ein Experiment mit Ei und Säure, einen Flugzeugabsturz im Wohnzimmer mit Legofiguren bis zu vielfältigen Tanzexperimenten mit den eigenen Füßen. „Die Filme sind mit eigenen Geräten der Schülern erstellt worden. Inzwischen sind ja auch die Kameras der Smartphones Arbeitsgerät der Schüler. Auf diese Weise lernen sie produktiv mit ihren eigenen Medien umzugehen und sind somit auch außerhalb des Unterrichts fähig, kreativ ihre Ideen umzusetzen“, so Lemke. Das Ziel des Cinema ist es, die Vielfalt der Filme Münsteraner Filmschaffender zu präsentieren und diese Filme auf die Leinwand zu holen. Cinema-Betreiber Jens Schneiderheinze hofft auf große Resonanz: „Wir freuen uns über alle Einsendungen. Die Münsteraner Vorfilme ergänzen so unser Schülerfilm-Festival, zu der auch wieder Filme von Kindern und Jugendlichen eingereicht werden können“. Nicht umsonst, so Schneiderheinze, wird immer neben dem guten Programm des Cinema auch sein Kurzfilmprogramm ausgezeichnet. Alle Schulen in Münster sind aufgerufen ihre Kurzfilm Produktionen ans CINEMA zu schicken.

 Der Kurzfilm in der Kurbelkiste

In der Kurbelkiste werden ab sofort Kurzfilme bis 2 Minuten Länge aus Münster gezeigt. Den Start machen Filme des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.

SCHOLL.Projekte präsentiert:

Klasse! – Eine kleine Auswahl experimenteller Kleinstfilme quer durch alle Klassen. Beispiele für eine große Vielfalt unterschiedlichster filmischer Ideen, die dann entsteht, wenn eigene Projektideen von Schülerinnen und Schülern mit neuen Medien in der Schule verwirklicht werden dürfen. Produziert wurden sie im projektorientierten Kunstunterricht von Jürgen Lemke

Im Kinosaal Kurbelkiste im CINEMA laufen:

Do 1. – 14.11.2012

„Katastrophe über Australien“

Animation mit Legofiguren… von Laura W., Yvonne Z., Maria Corbacho S. (Klasse 8b 2011) · Animation · 1‘18‘‘

Do 15. – 28.11.2012

„Titanic“

Ein Schiffsmodell taucht ab zwischen Schulbänken… – von Timo B., Dominik J. (Klasse 8c 2012) · 1‘27‘‘

Do 29.11. – 12.12.2012

„IE“

Experiment mit Ei – von Christopher S. (Klasse 8b 2011) ·  46‘‘

Do 12.12. – 24.12.2012

„Füße“

„Was mit Füßen im Klassenraum alles geht…“– von Berenice J., Klaudia K., Sophia K..

ORTungen 2012: „WAS MICH BEWEGT…“ – Bilder, Ideen, Wünsche und Träume von 13-Jährigen

SCHOLL.Projekte präsentiert:

Gezeigt werden vom 6.11. bis zum 11.11.2012 im Theater Münster Ergebnisse von Schülerinnen und Schülern der siebten Klassen aus dem projektorientierten performativen Kunstunterricht von Jürgen Lemke am Geschwister-Scholl-Gymnasium Münster. Eine Dokumentation im Rahmen des „Internationalen Theaterfestivals HALBSTARK 2012“.

Das “Internationale Theaterfestival HALBSTARK 2012” nimmt die Bild- und Lebenswelt der 9 bis 13-Jährigen in den Blick: Wie orientieren sie sich in der Welt? Wie setzen sie ihren Mut, ihre Kreativität und Energie ein? Wie gestalten sie unsere Gesellschaft mit? Und ist die Kunst wirklich nah dran an den Themen dieser Altersgruppe?

Der Künstler und Kunstpädagoge Jürgen Lemke ist zum Theaterfestival HALBSTARK eingeladen, Ergebnisse aus seinem projektorientierten performativen Kunstunterricht mit den siebten Klassen am Geschwister-Scholl-Gymnasium Münster vorzustellen. Die hierzu vorbereitete Dokumentation “WAS MICH BEWEGT…” im Theater Münster gibt spannende Einblicke in Bildwelten und Lebensgefühl von 13-Jährigen. Jürgen Lemke macht im Rahmen seines Konzepts “ORTungen 2012: SCHOLL.Projekte” mit Fotos, Bildern und Texten von Schülerinnen und Schülern Themen, Träume und Wünsche dieser Altersgruppe sichtbar.

Am Sonntag, den 11.11. um 14 Uhr findet im Kleinen Haus, Theater Münster eine Präsentation zum Thema “Selbstgesteuerte performative Projektarbeit im Kunstunterricht” während des “HALBSTARK Forums” statt.

Dokumentation “WAS MICH BEWEGT…” – Bilder, Ideen, Wünsche und Träume von 13-Jährigen
Ort: Theater Münster, Oberes Foyer Großes Haus
Geöffnet: 6.11. bis 11.11.2012  10 – 20 Uhr

http://www.halbstark-muenster.de

Hier der Presseartikel der Westfälischen Nachrichten zur Ausstellung: wn ausstellung scholl halbstark