SCHOLL.Projekte Kurzfilme von Schülern laufen als Vorfilm im CINEMA

In Kooperation zwischen Geschwister-Scholl-Gymnasium und CINEMA werden aus der SCHOLL.Projekte Videoexperimente Produktion im November und Dezember kleine Filme im großen Kino gezeigt.

Kurzfilme sind ein eigenes Genre. Die Bandbreite ist groß und die Möglichkeiten diese Filme auf der Leinwand zu sehen gering. Im großen Saal des CINEMA ist der Vorfilm seit langem Tradition. Ab November nun werden aber auch in den beiden anderen Sälen des Programmkinos in der Warendorfer Straße Vorfilme täglich einen Platz auf der Leinwand erhalten. Einen ganz besonderen Schwerpunkt bilden dabei die Kurzfilme in der Kurbelkiste. In diesem Saal des Cinemas werden nämlich nach Möglichkeit ausschließlich Münsteraner Kurzfilme über die Leinwand flimmern.

Den Start machen dabei im November und Dezember Filme von Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Die Filme der Scholl.Projekte entstanden im projektorientierten Unterricht des Künstlers und Kunstpädagogen Jürgen Lemke und zeigen einfallsreiche Filme mit klaren prägnanten Ideen: Vom Untergang der Titanic zwischen Schulbänken, über ein Experiment mit Ei und Säure, einen Flugzeugabsturz im Wohnzimmer mit Legofiguren bis zu vielfältigen Tanzexperimenten mit den eigenen Füßen. „Die Filme sind mit eigenen Geräten der Schülern erstellt worden. Inzwischen sind ja auch die Kameras der Smartphones Arbeitsgerät der Schüler. Auf diese Weise lernen sie produktiv mit ihren eigenen Medien umzugehen und sind somit auch außerhalb des Unterrichts fähig, kreativ ihre Ideen umzusetzen“, so Lemke. Das Ziel des Cinema ist es, die Vielfalt der Filme Münsteraner Filmschaffender zu präsentieren und diese Filme auf die Leinwand zu holen. Cinema-Betreiber Jens Schneiderheinze hofft auf große Resonanz: „Wir freuen uns über alle Einsendungen. Die Münsteraner Vorfilme ergänzen so unser Schülerfilm-Festival, zu der auch wieder Filme von Kindern und Jugendlichen eingereicht werden können“. Nicht umsonst, so Schneiderheinze, wird immer neben dem guten Programm des Cinema auch sein Kurzfilmprogramm ausgezeichnet. Alle Schulen in Münster sind aufgerufen ihre Kurzfilm Produktionen ans CINEMA zu schicken.

 Der Kurzfilm in der Kurbelkiste

In der Kurbelkiste werden ab sofort Kurzfilme bis 2 Minuten Länge aus Münster gezeigt. Den Start machen Filme des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.

SCHOLL.Projekte präsentiert:

Klasse! – Eine kleine Auswahl experimenteller Kleinstfilme quer durch alle Klassen. Beispiele für eine große Vielfalt unterschiedlichster filmischer Ideen, die dann entsteht, wenn eigene Projektideen von Schülerinnen und Schülern mit neuen Medien in der Schule verwirklicht werden dürfen. Produziert wurden sie im projektorientierten Kunstunterricht von Jürgen Lemke

Im Kinosaal Kurbelkiste im CINEMA laufen:

Do 1. – 14.11.2012

„Katastrophe über Australien“

Animation mit Legofiguren… von Laura W., Yvonne Z., Maria Corbacho S. (Klasse 8b 2011) · Animation · 1‘18‘‘

Do 15. – 28.11.2012

„Titanic“

Ein Schiffsmodell taucht ab zwischen Schulbänken… – von Timo B., Dominik J. (Klasse 8c 2012) · 1‘27‘‘

Do 29.11. – 12.12.2012

„IE“

Experiment mit Ei – von Christopher S. (Klasse 8b 2011) ·  46‘‘

Do 12.12. – 24.12.2012

„Füße“

„Was mit Füßen im Klassenraum alles geht…“– von Berenice J., Klaudia K., Sophia K..

ORTungen 2012: „WAS MICH BEWEGT…“ – Bilder, Ideen, Wünsche und Träume von 13-Jährigen

SCHOLL.Projekte präsentiert:

Gezeigt werden vom 6.11. bis zum 11.11.2012 im Theater Münster Ergebnisse von Schülerinnen und Schülern der siebten Klassen aus dem projektorientierten performativen Kunstunterricht von Jürgen Lemke am Geschwister-Scholl-Gymnasium Münster. Eine Dokumentation im Rahmen des „Internationalen Theaterfestivals HALBSTARK 2012“.

Das “Internationale Theaterfestival HALBSTARK 2012” nimmt die Bild- und Lebenswelt der 9 bis 13-Jährigen in den Blick: Wie orientieren sie sich in der Welt? Wie setzen sie ihren Mut, ihre Kreativität und Energie ein? Wie gestalten sie unsere Gesellschaft mit? Und ist die Kunst wirklich nah dran an den Themen dieser Altersgruppe?

Der Künstler und Kunstpädagoge Jürgen Lemke ist zum Theaterfestival HALBSTARK eingeladen, Ergebnisse aus seinem projektorientierten performativen Kunstunterricht mit den siebten Klassen am Geschwister-Scholl-Gymnasium Münster vorzustellen. Die hierzu vorbereitete Dokumentation “WAS MICH BEWEGT…” im Theater Münster gibt spannende Einblicke in Bildwelten und Lebensgefühl von 13-Jährigen. Jürgen Lemke macht im Rahmen seines Konzepts “ORTungen 2012: SCHOLL.Projekte” mit Fotos, Bildern und Texten von Schülerinnen und Schülern Themen, Träume und Wünsche dieser Altersgruppe sichtbar.

Am Sonntag, den 11.11. um 14 Uhr findet im Kleinen Haus, Theater Münster eine Präsentation zum Thema “Selbstgesteuerte performative Projektarbeit im Kunstunterricht” während des “HALBSTARK Forums” statt.

Dokumentation “WAS MICH BEWEGT…” – Bilder, Ideen, Wünsche und Träume von 13-Jährigen
Ort: Theater Münster, Oberes Foyer Großes Haus
Geöffnet: 6.11. bis 11.11.2012  10 – 20 Uhr

http://www.halbstark-muenster.de

Hier der Presseartikel der Westfälischen Nachrichten zur Ausstellung: wn ausstellung scholl halbstark

 

SCHÜLERFILMFESTIVAL NRW 2011: Weiterer SCHOll.Projekte Film in einem Wettbewerb

Wieder erreicht eine gute Nachricht das Geschwister-Scholl-Gymnasium, diesmal kommt sie aus Marl:

„14. SCHÜLERFILMFESTIVAL NRW 2011
Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer, wir haben uns über die große Resonanz und die Anmeldungen sehr gefreut. Inzwischen hat unsere Vorjury aus SchülerInnen, LehrerInnen und VertreterInnen des Festivals alle Filme gesichtet und ein Programm ausgewählt.
Wir freuen uns, Euch mitteilen zu können, dass Euer Film „Jakob vs. Fabi“ ausgewählt worden ist. Damit nimmt Euer Film am Wettbewerb des Schülerfilmfestivals NRW 2011 teil! Und Ihr seid herzlich dazu eingeladen.

Programmablauf – die Vorführung und Diskussion findet am Samstag, den 12. November 2011 ab 9.30 Uhr im Rathaus der Stadt Marl (Eingang über die breite Treppe am Creiler Platz) statt. Fachmoderation durch die Medienprofis Udo Alberts (Kameramann – Berlin) und Klemens Radke (Cutter – Berlin). Um 17:01 Uhr wird die Jury die Preisträger bekannt geben…“

Die Auswahl für diesen Wettbewerb ist ein weiterer Erfolg für die Filmarbeit im Kunstunterricht am Geschwister-Scholl-Gymnasium Münster. Der Film „Jakob vs Fabi“, produziert von den Schülern Jakob Heinrich R., Marvin W. und Daniel Fabian H., ist im Rahmen einer offenen Projektarbeit im Kunstunterricht von Jürgen Lemke entstanden.

In dem per Stop-Motion-Technik (Pixilation) gedrehten Animationsfilm verabreden sich die beiden Hauptdarsteller, Jakob und Fabi, zu einem „Duell“, das sie in vielfältigen Szenen spielerisch, auch witzig miteinander austragen und aus dem sie am Ende beide versöhnlich als Sieger herausgehen. Ihre Kreativität im Erfinden von Streichen in immer wieder neuen überraschenden ungewöhnlichen Situationen an unterschiedlichsten Orten kennt dabei keine Grenzen. Marvin hat hierbei mit seiner Kamera- und Regiearbeit ebenfalls eine herausragende Leistung vollbracht.

Für die Intensität und Qualität dieses Films sind Faktoren mit verantwortlich, die durch eine besondere Form von offenem Projektunterricht ermöglicht wurden. Die Schüler durften sich eine eigene Idee ausdenken und auch selbst bestimmen, mit welchen Mitteln sie diese Idee umsetzen. Nach der Entwicklung ihrer Film-Idee fertigten sie ein Storyboard und begannen mit eigener Kamera ihre intensiven Dreharbeiten, bei denen sie während des Unterrichts die Drehorte in der Schule frei gewählt haben. Sie waren von ihrer Idee so begeistert, dass sie dann auch zu Hause und an weiteren Plätzen ihrer Wahl weiter gearbeitet haben. Sie haben sozusagen in einem positiven Sinn „durchgedreht“, um ihr Projekt eigenverantwortlich zu verwirklichen. Die Schüler hatten für ihre Arbeit Freiräume, die sie selbstständig gestalten konnten, ohne ständig unter Aufsicht des Lehrers zu stehen.
Beim Drehen des Films sind Intensitäten entstanden, die den Zeitraum des Kunstunterrichts um ein mehrfaches erweitert haben. Die Schüler waren mit ihrer Idee „intrinsisch“ – von innen heraus – motiviert und somit an ihrer eigenen Idee entzündet. Hierdurch wird eine Vielfalt unterschiedlicher Selbst-Lern-Kompetenzen gefördert, die durch diese spezifische Projektarbeit ermöglicht werden.

Der Film „Jakob vs Fabi“ ist schon vier Wochen im Juli erfolgreich während des Ausstellungsprojekts  „ORTungen 2011: SCHOLL.Projekte – Schule ins Zentrum“ im Bürgerhaus Kinderhaus gezeigt worden und auch auf dem Münsteraner Schüler-Film-Festival im CINEMA. Jetzt fehlt noch seine Würdigung durch einen Preis. Drücken wir ihm dafür die Daumen.

http://www.schuelerfilmfestival-nrw.de/pdf/filmliste_2011.pdf

SCHOLL.Projekte Film „2:22,22“ von Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Münster steht im Wettbewerb für den Bundes-Schülerfilm-Preis

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Die Nachricht löst große Freude aus bei allen am Film Beteiligten: „Wir freuen uns sehr, dass der Film: „2:22,22“ aus 2.995 Bewerbungen für den Wettbewerb beim „up-and-coming  Int. Film Festival“ ausgewählt wurde. Herzlichen Glückwunsch und viel Glück im Wettbewerb! Das Festival findet vom 24. bis 27. November 2011 im CinemaxX Nikolaistraße in Hannover statt. Die Jury sitzt während der Vorführungen im Publikum. Alle Filme werden anmoderiert, dabei wird der Filmemacher dem Publikum und der Jury vorgestellt. Die Entscheidung über die Vergabe der Preise (Preisverleihung) fällt am Sonntag, 27. November um 11.30 Uhr. Vergeben wird 3 x der ‚Deutsche Nachwuchsfilmpreis’ und 1x der ‚Bundes-Schülerfilm-Preis’…“

Der Film „2:22,22“ von Fabian K. und Niko S., im Kunstunterricht bei Jürgen Lemke produziert, läuft im Wettbewerb um den erstmalig ausgeschriebenen Bundes-Schülerfilm-Preis. Beim Filmfestival „Up and Coming“ in Hannover wird er sich nun mit Schülerfilmen von 105 Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet messen. Der mit 1000 Euro ausgestattete Bundes-Schülerfilm-Preis wird am Sonntag, den 27.11. nach der Entscheidung der Jury in einer offiziellen Zeremonie vergeben. Für den Bundeswettbewerb ausgewählt zu sein, ist ein großer Erfolg für die beiden Schüler und auch für die kunstpädagogische und filmische Arbeit am Geschwister-Scholl-Gymnasium.

In ungewöhnlichen Perspektiven zeigt der Kurzfilm „2:22,22“, in schnellen zur Musik geschnittenen Bildern, den rasanten Lauf eines Schülers mit der Pausenklingel zum Bäcker im Kinderhauser Zentrum. Nach dem Kauf eines Schoko-Croissants wird dieses auf dem Rückweg minutiös genüsslich gegessen. Eine typische Pausensituation aus dem normalen Schüleralltag vor einer Freistunde? Das Verlangen und Hetzen nach der „süßen Kleinigkeit“ als Belohnung? Endlich wieder frei bewegen und durchatmen nach diesem alltäglichen langen Sitzen in der Schule: “You can steal my body but you can’t steal my soul – ‘Cause this is how it is and this is how it goes…“

Kunstpädagoge Jürgen Lemke freut sich über dieses herausragende Ergebnis für seine Schüler. Es ist zugleich auch ein Erfolg für den individuell fördernden projektorientierten Kunstunterricht mit neuen Medien. Aufgrund der Ergebnisse der „SCHOLL.Projekte“ und besonders auch angesichts der entstandenen filmischen Arbeiten lässt sich das Resümee ziehen: Eine offene Projektarbeit im Kunstunterricht erzeugt eine außergewöhnliche Qualität bei den gestalterischen Ergebnissen der Schülerinnen und Schüler.

Thema im Kunstunterricht war es, eigene filmische Ideen zu der Verbindung zwischen Schule und Kinderhauser Zentrum zu entwickeln, zu einer Öffnung von Schule in Richtung Stadt. „Schule ins Zentrum“ und „Overhanging Fruit“, Motto der „SCHOLL.Projekte“, wird im Video „2:22,22“ von den Schülern in eigenwilligen Bildern treffend und spannend umgesetzt. Zugleich auf eine intelligente Weise verbunden mit einer kritischen Sicht auf die immer mehr Zeit in Anspruch nehmende Schule, die die „Körper“ von Schülern in Beschlag nimmt und wenig Raum für „eigene Bewegungen“ lässt. Diese „Selbst-Bewegungen“, als grundlegende Voraussetzungen für die Entwicklung einer gestalterischen Persönlichkeit, möchte Lemke mit einem individuell fördernden Kunstunterricht stärker ermöglichen. Es geht dabei um ein Öffnen von Räumen für eine freiere gestalterische Arbeit, bei der die Schülerinnen und Schüler mehr Zeit als üblich haben für eigenverantwortlich durchgeführte Projekte. In der Schule soll laut Lehrplan eine kompetente Persönlichkeit entwickelt werden, die aktiv „selbst-bestimmt und schöpferisch-gestalterisch handeln“ kann. Das gelingt nachhaltiger über die Entwicklung und Umsetzung eigener Projektideen. Wenn sich mit der Idee ein schöpferisches Feuer entzündet, gibt es oft kein Halten mehr. Dann drehen einige Schüler regelrecht durch! Zum Beispiel außergewöhnlich gute Filme.

Darum soll es in der Schule gehen: Lernen mit Begeisterung, neugierig sein, selbst entdecken und erforschen. Möglichst eigene Ideen selbstverantwortlich umsetzen lernen. In einer eher regelnden Schulstruktur ist dies oftmals noch nicht Konsens. Spätestens im Ganztag muss Schule lernen, mit mehr Offenheit und Individualität, mit einer heterogenen Lern-Vielfalt von Schülerinnen und Schülern umzugehen. Wieviele Stunden schulische Lern-Zeit sind Lernenden verantwortlich zuzumuten? Wie kann eine Freude am Selbst-Lernen geweckt und in Schule erhalten bleiben? Alle wollen für ihr Leben gern lernen. Machen wir dafür Schule!

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Ganz große Bühne für Fabian K. und Niko S. beim Interview nach der Vorführung ihres Films im Wettbewerb beim FilmFestival „Upandcoming“ in Hannover.

SCHOLL.Projekte – Pressespiegel

Hier eine Übersicht der in den Münsteraner Tageszeitungen erschienenen Artikeln zu „ORTungen 2011: SCHOLL.Projekte – Schule ins Zentrum“:  Scholl.Projekte Pressespiegel

WN 20.07.2011 “Irritationen und Tatorte im Zentrum” Kunst Schollprojekte

WN 22.06.2011 “Ohne Schirmherr ging’s nicht” Schollprojekte

WN 23.06.2011 “Kunst findet Aufmerksamkeit” Schollprojekte

WN 25.05.2011 “Smilies weisen den Weg” Schollprojekte

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SCHOLL.Projekte – Medienpädagogik-Vortrag an der Fachhochschule Münster

Jürgen Lemke, Prof. Edgar Wilhelm, Prof. Bernward Hoffmann und Studierende

Im Rahmen des Seminars „Medienpädagogik in der Sozialen Arbeit“ von Prof Edgar Wilhelm an der Fachhochschule Münster stellte Jürgen Lemke, Bildender Künstler und Kunstpädagoge, am 9.6.2011 seine Medienarbeit im Kunstunterricht anhand von Video-Beispielen vor.

Jürgen Lemke entwickelt mit Schülerinnen und Schülern am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Münster-Kinderhaus das Ausstellungsprojekt „Ortungen 2011: SCHOLL.Projekte – Schule ins Zentrum“, das am 19.6.2011  eröffnet wurde. Hier gab es unter anderem zahlreiche thematisch orientierte Videoexperimente zwischen Schule und Zentrum Kinderhaus zu sehen, von denen einige in der Vorlesung beispielhaft vorgestellt wurden.

Als ein Schwerpunkt lässt Jürgen Lemke, Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer experimentellen Projektarbeit im Kunstunterricht eigene filmische Ideen mit Medien entwickeln. Angesichts der Dominanz einer visuellen Kultur, ist es wichtig in Auseinandersetzung mit digital produzierten Bildern in der Schule zu lernen, selbst aktiv gestaltend mit Medien umzugehen, um in eigener praktischer Erfahrung zu begreifen, wie Bilder gemacht werden. Lernen geschieht effektiver, wenn wir selbst machen, indem wir bewegte Bilder wahrnehmen, ausprobieren, improvisieren, experimentieren, verändern, korrigieren und auch selbst manipulieren…

Die Entwicklung und Realisierung eigener Ideen von Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer möglichst freien Projektarbeit mit Medien im Kunstunterricht steht dabei im Vordergrund. Dafür soll der interne Lehrplan des Fachs Kunst für die Mittelstufe am Geschwister-Scholl-Gymnasium zukünftig stärker projektbezogen ausgerichtet werden. Eigenverantwortliches forschendes und entdeckendes Lernen mit und ohne Medien rückt ins Zentrum. Eine grundlegende Änderung von Lehre und Lernen in Richtung größerer Selbststeuerung ist eine wesentliche Zielsetzung der neuen kompetenzorientierten Bildungsstandards an den Schulen, die nun auch im Fach Kunst im Gymnasium umgesetzt werden sollen.

Jürgen Lemke sagt über seinen medienorientierten Projektansatz im Rahmen von Individueller Förderung: „Ich möchte, dass Schülerinnen und Schüler ihre eigene filmischen Ideen entwickeln. Sie sind dann viel begeisterter und motivierter bei der Sache. Außerdem sind die Ergebnisse ungewöhnlicher – oft sogar herausragend – und damit auch für mich qualitativ spannender. Die Schüler sind viel näher an ihrer eigenen Wahrnehmung und an der Lebenswirklichkeit – im Hier und Jetzt. Außerdem sollen sie möglichst auch ihre eigenen Medien, wie Ipods oder auch Smartphones, benutzen lernen. Das gehört zu einem nachhaltigen Lernprozess dazu. Ihre Medien können sie jederzeit unabhängig von Schule für die Umsetzung eigener Ideen nutzen. Ein wichtiger Schritt vom passivem Konsum zur aktiven Eigenproduktion. Es bringt zudem jede Menge Bestätigung, wenn Anfragen an ihre Medienkompetenz kommen. Einige meiner Schüler sind, wenn es um das Erstellen von Videoproduktionen geht, in der Schule inzwischen mit ihrem Fachwissen gefragt. Ich möchte generell, dass Jugendliche in der Schule mehr zu sich selbst kommen können. Gute Ideen entstehen nur unter guten Bedingungen: Schüler brauchen mehr Freiheit bei der Wahl des Lern-Raums. Ich akquiriere zusätzlich verfügbare Räume für die Projektgruppen.

Schüler brauchen mehr Zeit für die Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen. Sie müssen den Umgang damit lernen weil sie es nicht gewohnt sind, in Schule mit Freiräumen selbstverantwortlich umzugehen. Nur so können sie allmählich anfangen zu begreifen, dass ihre Ideen wichtig und auch gefragt sind. Dass sie von sich selbst aus, etwas auf die Beine stellen können. Ich versuche über die Sache selbst zu motivieren. Es geht im Leben darum, neugierig und lebendig weiter zu lernen und dabei zu unterscheiden, was wirklich wichtig ist. Dies sollte Schule individuell fördernd unterstützen.

Als Lehrer muss ich lernen, mich in diesem etwas anderen Lehr- und Lern-Prozess selbst mehr zurückzunehmen. Ich kann und darf hierbei nicht alles von vorn instruktiv vermitteln, regeln und kontrollieren. Es geht ja darum, Räume und Möglichkeiten für das Eigene zu öffnen, dazu muss ich als Lehrer immer wieder lernen loszulassen, gelassen zu bleiben und Schülern das Vertrauen geben, dass sie es selbst schaffen können. Ständige Bevormundungen und Regelungen unterbrechen und behindern Prozesse hin zu einer größeren Selbstständigkeit. Meine Aufgabe als Lehrer, Moderator, Coach und Lernbegleiter bei der Individuellen Förderung ist es, Lernende in ihrem Lernprozess wahrzunehmen, zu begleiten, zu beraten, zu fördern und sie dabei zu unterstützen ihr Ding zu machen. Ich selbst muss lernen, Schüler loszulassen, die mit ihrer eigenen Idee brennen und diejenigen versuchen zu motivieren, die Schwierigkeiten dabei haben, eigene Ideen und Vorstellungen zu entwickeln… Es geht darum, einen höchst diffizilen Weg zu beschreiten, hin zu einer im Gymnasium dringlichst erforderlichen Öffnung. Es geht letztlich um die Entwicklung und Implementierung einer neuen Bildungskultur im Ganztag: Räume müssen verändert werden, interne und externe Lernorte müssen wählbar werden. Lehr- und Lernhaltungen müssen insgesamt freier werden …

Bei einer projektorientierten Arbeit können Schlüsselkompetenzen gelernt werden, die im Leben wichtig sind. Um ein Projekt durchzuführen, müssen Lernende eigenverantwortlich im Team planen, kooperieren und miteinander kommunizieren. Arbeiten untereinander verantwortlich aufteilen, delegieren, konstruktiv miteinander um die besten Lösungen streiten.

Individuell fördern lernen in heterogenen Lerngruppen, in einem in der Regel noch etwas reformresistenten Gymnasium, dass ist für sich genommen schon eine Kunst.“

Siehe auch unter: Scholl.Projekte Vortrag Fachhochschule Münster

SCHOLL.Projekte Video „2:22,22“ bald im Wettbewerb für den Bundes-Schüler-Filmpreis?

„SCHOLL.Projekte“ des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die schon erfolgreich im Kinderhauser Zentrum durchgeführt wurden, werden nun auf der Bundesebene entdeckt…

„…wir haben sehr begeistert über Ihre Projektarbeit (SCHOLL.Projekte) gelesen und möchten Sie einladen, Filmbeispiele Ihrer Schüler für den erstmalig vergebenen ‚BundesSchülerfilmPreis‘ anzumelden. Der Preis wird vom ‚Bundesministerium für Bildung und Forschung‘ (BMBF) gestiftet und ist Teil des „up-and-coming, Int. Film Festival Hannover“. Anfang der Ferien kommt völlig überraschend diese Nachricht per Mail vom Organisator des Bundes-Schülerfilm-Preises, Burkhard Inhülsen, der durch den Online-Bericht einer Münsteraner Zeitung aufmerksam geworden ist.

So kommt es dazu, dass alle im Rahmen des Projekts „ORTungen 2011: SCHOLL.Projekte – Schule ins Zentrum“ im Kunstunterricht von Jürgen Lemke entstandenen Filme in den Ferien für den Wettbewerb zum Bundes-Schülerfilm-Preis gesichtet werden. Dabei wird der Kurzfilm „2:22,22“ von Fabian Kahlenberg und Niko Sensmeier, der auch schon erfolgreich auf dem „SchülerFilmFestival“ im CINEMA gezeigt worden ist, für die Vorauswahl zum Wettbewerb vorgeschlagen. Mitte September wird hoffentlich eine positive Entscheidung fallen. Aber es ist auch jetzt schon ein toller Erfolg für die jungen Filmemacher und für die Filmarbeit an der Schule.

„Mit dem „Bundes-Schülerfilm-Preis“ des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) soll eine Auszeichnung von Schülerfilmen erfolgen, die originär im Rahmen von Schule und Unterricht entstanden sind. Bei der Beurteilung stehen nicht technische Perfektion, sondern Originalität und Eigenständigkeit von Idee und filmischer Umsetzung sowie Innovationskraft und künstlerische Qualität im Vordergrund.

Der Preis will Arbeiten auszeichnen, die einfallsreich, ungewöhnlich, humorvoll, provokativ und eigenwillig sind und die Möglichkeiten filmischer Arbeit in der Schule aufzeigen. Der Preis dient der Motivation und Anerkennung von Filmarbeit in der Schule und will Anfänge und Kontinuität in der medienpädagogischen Arbeit von Schule unterstützen. Der Preis ist mit 1.000 EURO dotiert und wird mit einer Statue und einer Urkunde übergeben. Eine Vor-Jury entscheidet über die Auswahl der Filme für das Wettbewerbsprogramm des Festivals.

Die Entscheidung für die Vergabe des Preises trifft die Festival-Jury nach der Präsentation aller ausgewählten Filme im Rahmen des Festivals, das vom 24.-27.11. stattfindet. Die feierliche Überreichung des Preises findet am 27.11.2011 im CinemaxX in Hannover statt. Alle von der Vor-Jury ausgewählten Schülerfilme inkl. des Preisträgerfilms werden digitalisiert, auf DVD herausgegeben und als Impuls für die Medienarbeit in Schulen veröffentlicht. Damit wird die Nachhaltigkeit der Auszeichnung gewährleistet.“

Der für die Vorjury vorgeschlagene Kurzfilm „2:22,22“ zeigt aus ungewöhnlichen Perspektiven, in schnellen zur Musik geschnittenen Bildern, den rasanten Lauf eines Schülers mit Start Pausenklingel zum Bäcker im Kinderhauser Zentrum. Nach Erhalt einer Tüte mit Schoko-Croissant wird dieses auf dem Rückweg gegessen… Eine typische Pausensituation an einem ganz normalen Schüleralltag vor einer Freistunde: das Verlangen und Hetzen nach der „süßen Kleinigkeit“… und endlich wieder frei bewegen und durchatmen…“You can steal my body but you can’t steal my soul – ‚Cause this is how it is and this is how it goes…“

Am Geschwister-Scholl-Gymnasium warten nun alle gespannt darauf, dass die Jury im September hoffentlich positiv entscheiden wird.