Kunstausstellung „ORTungen 2013: SCHOLL.Projekte – Kunst ins Zentrum“ im Kinderhauser Zentrum

Bildschirmfoto 2013-05-21 um 23.28.20

Am Samstag, den 8.6. um 15 Uhr ist es wieder soweit: Das Geschwister-Scholl-Gymnasium wirbelt mit seiner Ausstellung “SCHOLL.Projekte” das Kinderhauser Zentrum mit ungewöhnlichen und auch provokanten künstlerischen Beiträgen ordentlich durcheinander: “PushBoy“ und „Sonnensystem“ im Bürgerhaus, „Augen an Gebäuden”, “Zimmerpflanzen“ und weitere “Aktionen im Zentrum”, seltsame Tiere im “Zoo Kinderhaus” und “Anti-Gewalt-Videos” im und auf dem Parkhaus. Ungewöhnliche Türklinken und andere verlorene Gegenstände werden fotografisch gesammelt. Bunte Brötchen bei Schrunz werben für Toleranz. Maskierte Besucherinnen irritieren bei Pieper, Brillen Bell, bei Schrunz und beim Friseur. Fotos in digitalen und realen Bilderrahmen in der Stadtsparkasse. Videos im Bürgerhaus – Schule: „Einfach zu viel“, “Rückwärtsläufe” und der selbstkomponierte Song “Sleepwalker” als Musikvideo.

Nach der erfolgreichen Ausstellung im Jahr 2011 werden auch in diesem Jahr wieder „Ortungen 2013: SCHOLL.Projekte“ durchgeführt, bei der Schülerinnen und Schüler im Fach Kunst ihre eigenen Ideen im schulischen Umfeld entwickeln: Raus aus der Schule, mitten hinein ins Leben.

Wie erleben Jugendliche das Kinderhauser Zentrum unmittelbar neben ihrer Schule?
Wie reagieren sie auf diesen Ort unter ästhetischen, architektonischen, sozialen, psychologischen und atmosphärischen Aspekten von „Kunst im Öffentlichen Raum“?
Wie können Heranwachsende aktiv und gestaltend im Öffentlichen wirken und teilhaben?
Sich als „ästhetisch“ Handelnde, Forschende und Mitgestaltende erleben, ihren städtischen Umraum neu und bewusster wahrnehmen lernen und als einen gestaltbaren und somit auch als einen für sie erreichbaren und veränderbaren Ort begreifen.
Schülerinnen und Schüler entwickeln eigenständig ihre Ideen und erproben deren Realisierung zum Beispiel in Kontakt mit Ladenbesitzern am Idenbrockplatz, wenn sie deren Schaufenster mit ungewöhnlich gestalteten Objekten oder Installationen bestücken wollen. Auf diese Weise sind viele außergewöhnliche Bilder, Objekte, Videos, Dokumentationen und Aktionen rund um Idenbrockplatz und Bürgerzentrum in Kinderhaus entwickelt worden.

Westfälische Nachrichten vom 23.05.2013 “Scholl-Schüler bringen Kunstprojekte ins Zentrum” | Kunst trifft Kohl

presse schollprojekte Ortungen 2013 [1]

das auge sucht einen platz scholl presse

Hier einige der zahlreichen spannenden Projektbeispiele:

„Toleranz“ (Installation) von Greta Wessing, Katharina Klee, Anna Mai (Klasse 9b): Vielfältige bunte, große und kleine – nicht ganz den Erwartungen entsprechende – Back-Objekte neben genormten Brötchen thematisieren „Toleranz“ in der Bäckerei Schrunz.
„Watching Center“ (Installation) von Sophia Kuhlenkötter, Karola Mai (Klasse 9b): Überdimensionale Augen an verschiedenen Gebäuden scheinen den Idenbrockplatz zu beobachten und verbreiten eine unheimliche Atmosphäre.

%22WatchingCenter%22
“Symbole“ (Installation) von Regina Bolender, Henrike Meyer (Klasse 8c): eine Installation, die unterschiedliche Bildzeichen im Schaufenster von Sport Pieper nebeneinander stellt und Räume öffnet für andere Wahrnehmungen.

SymboleSportPieper
„Kunst-Bäume“ (Installation) von Filsan Abdi (Klasse 8b): Kleine grüne Modell-Bäumchen irritieren an verschiedenen Orten und wollen symbolisch das durch rote Backsteine dominierte Zentrum begrünen.

%22Bäume%22 Filsan Abdi
„Zoo Kinderhaus“ (Installation) von Nils Löbbert, Paul Müller, Piet Hüsing (Kult 9) Installation mit Schild und seltenem Tier unterm Bürgerhaus Kinderhaus.

%22ZooKinderhaus%22
„Aktionen im Zentrum“ (Videodokumentation, Aktion) (Kult 8) von Hannah Mehlich, Maike Strewick, Lea Fürst, Silvana Asumar, Anna Korte, Christina Rohde, Nicole Becker, Marina Fladung, Katharina Jung, Nele Witte (Kult 8): Ortsbezogene Improvisationen und Choreografien mit Masken an verschiedenen Orten im Zentrum (Brillen Bell, Friseurladen, Bäckerei Schrunz, Parkhaus, Sperrmüll,…)

aktionenimZentrum2Aktionen FriseurAktionen BrillenBell

SCHOLLProjekteKunstaktionBrillenBell1

“LOL Kinderhaus“ (Foto) von Greta Bosse, Asya Rethmann, Margaret Wekesser (Klasse 8b): „Laughing Out Loud“ per Foto dokumentierte Posen und Haltungen zu unterschiedlichen Orten im Zentrum Kinderhaus.
„Wasser“ (Foto) von Simona Rindelhardt, Jana Serkin, Marlena Limbach (Klasse 8b): Fotos von Orten und Menschen mit Wasser in Kinderhaus.

wasser 23.38.53
„Türöffner“ (Fotos) Nele Witte, Simone Freydank, Maike Strewick, Lea Fürst, Katharina Jung (Klasse 8a): Eine Fotodokumentation, die die faszinierende Vielfalt der Türgriffe in Kinderhaus herausstellt.

944703_285966368205372_1204186210_n

„Lento Grill“ (Fotomontage) Peter Karentzopoulos, Maximilian Schneider (Klasse 9b): Kritische digitale Veränderung an dem Firmenschild „Pronto Grill“

%22Lento Grill%22

„Fundstücke“ (Foto) Yannic Wehrmeyer (Klasse 8c): Weggeworfene Gegenstände im Kinderhauser Zentrum werden per Fotokamera gesammelt und dokumentiert

verloren

„Sonnensystem“ (Installation) Felix Altenbach (Klasse 8b): Planetenobjekte (und die Sonne) in der Bücherei im Bürgerhaus

%22Sonnensystem%22 Felix Altenbach

„PushBoy“ (Installation) Mats Ole Plonka, Martin Götze, Hans G -Westermann (Klasse 8b): Ein roter „privater“ Mülleimer wird im Zentrum (Eingangsbereich Bürgerhaus) am Boden festgeschraubt und dient nun im Öffentlichen als ein Experimentier- und Demonstrations-Objekt für Müllentsorgung

%22PushBoy%22

„Stuhl im Zentrum “ (Fotoaktion) Patricia Adler (Klasse 9) Fotoaktion mit Schul-Stuhl und Menschen im Kinderhauser Zentrum
Stuhl  23.40.42
stuhl 23.41.47
Aus dem im Bürgerhaus präsentierten FILMPROGRAMM der SCHOLL-Projekte werden ab Freitag, den 5.7.2013 die folgenden Filme beim 3. Schüler-Filmfestival Münster im CINEMA gezeigt:

„Einfach zu viel“ (Video 2.11) Maren Kopka, Finia Weinlich (Kult 9) Kurzfilm über schulisch bedingten Druck und Stress bei Jugendlichen

Einfach Zuviel 2

„Hairway“ (Video 3.25)  Lea Rensing, Anna-Lena Terwey, Franziska Eiser (Kult 9) Menschen mit unterschiedlichen Haaren und Frisuren werden ein Stück ihres Weges zwischen Schule und Kinderhauser Zentrum mit der Kamera begleitet

Hairway

„I love CentralGrill“ (Video 3.26 ) Ahmed Mahalin, Nick Heedemann, Jure Soce
Schüler haben Fragen zum Kinderhauser Zentrum an Anwohner und Besucher gestellt und in einem rasanten Video dokumentiert

„Handeln“ (Video 2.39) Coraghessan – M. Steinbach, Maikel Fernando, Simon Kopka (Klasse 8b) Ein Anti-Gewalt Video im Parkhaus

%22Handeln%22-Anti-Gewalt Video

„Reverse Video“ (Video 3.02) Johannes Souvignier, Jan Unland, Matteo Jäger, Álvaro Corbacho, Nicolin Berger (Klasse 8a) Experimentelles Video mit Rückwärtsläufern im Kinderhauser Zentrum & im Geschwister-Scholl-Gymnasium

reversevideo23.38.08

„Álvaro Chaplin“ (Video 4.00) Johannes Souvigner, Mark Karalus, Álvaro Corbacho (Klasse 8a) Verfolgungsjagd von der Schule ins Zentrum im „Charlie Chaplin Stil“ https://www.youtube.com/watch?v=G1TU-j1JkUc

Alvaro Chaplin

„Die Rache der Smurfes“ (Video 2.31) Moritz Foet, Kilian Kanaan, Maxim Sawatzki, Christoph Schubert (Klasse 9b) Wenn Gummibärchen sich wehren…

Die Rache Der Smurfs

„Goethe trifft Geschäft“ (Video 1.20 ) David Rölleke (Klasse 8a) Das Goethe-Gedicht „Mailied“ wird im Kinderhauser Zentrum von Geschäftsinhabern und Kunden rezitiert

Die vielfältigen Ideen sind im Rahmen des Konzepts „SCHOLL.Projekte“, einer performativen Projektarbeit im Kunst- und Kultunterricht der achten und neunten Klassen, unter der künstlerischen Leitung des Künstlers und Kunstpädagogen Jürgen Lemke (im Differenzierungskurs KULT 8 zusammen mit Jana Wegscheider) entwickelt worden.
Die Ausstellung versucht neue Perspektiven auf den Ort Münster-Kinderhaus mit Methoden einer individuell fördernden und performativen Projektarbeit im Fach Kunst zu eröffnen, die Schülerinnen und Schüler zur Entwicklung eigener Ideen in Auseinandersetzung mit der sie umgebenden unmittelbaren örtlichen Wirklichkeit ermutigen, befähigen, herausfordern und begeistern will. Sie steht in der Tradition einer ortsbezogenen künstlerischen Arbeit, die sich an Prinzipien von „Kunst im Öffentlichem Raum“ orientiert: ortsbezogen, verändernd, sozial, ästhetisch, intervenierend, provokativ, irritierend, architekturbezogen, partizipierend, psychologisch, medienorientiert, historisch, körperlich, im „Hier und Jetzt“ …

Die Ausstellung findet wieder im Rahmen des von der Stadt Münster veranstalteten Projekts „Kunst Trifft Kohl“ in Kinderhaus statt und wird von der Stadtsparkasse Münster unterstützt.

Eröffnung der Ausstellung: Samstag, den 8.6. um 15 Uhr am Bürgerhaus, Idenbrockplatz in Münster Kinderhaus

LOL Kinderhaus 8b

„LOL Kinderhaus“

Kunstunterricht: Von eigenen Ideen beflügelt – begeistert Selbst-Lernen

Wie können im Kunstunterricht die eigenen Ideen von Schülerinnen und Schülern, ihre Bilder, Wünsche, Träume, ihre gestalterische Handschrift, ihre ästhetischen Vorstellungen stärker in die Welt kommen? Schule im Fach Kunst hat die Aufgabe, Bildkompetenzen zu entwickeln und eine gestalterische Persönlichkeit auszubilden… Lernpotenziale individuell unter heterogenen und inklusiven Bedingungen zu entfalten…
Warum ist ein schülerzentriertes differenziertes individualisiertes Lehren und Lernen wichtig? Wegen Leistungsmessung und Notenbewertung steht im Kunstunterricht an Gymnasien bei Aufgabenstellungen und Ergebnissen in der Regel noch eher die Gleichartigkeit von Ergebnissen im Vordergrund (Homogenität), nicht aber Individuelle Förderung und Heterogenität…

Alle Lehrenden sind seit 2011 auch im Fach Kunst aufgefordert, ihren Unterricht an den Neuen Bildungsstandards auszurichten

  • es erfolgte eine Umstellung der Lehrpläne in Richtung Kompetenzorientierung
  • von einer bisher eher „lehrerzentrierten Wissensvermittlung“ zu einem individualisierten, die unterschiedlichen Lernausgangslagen berücksichtigenden, mehr „schülerzentrierten selbstständigen Lernen“
  • vom „Wissen“ zum „Können“ (Output-Orientierung)
  • veränderte Rolle des Lehrers: vom Wissensvermittler, zum „Anbieter von Lerngelegenheiten“, Berater, Lernbegleiter, Moderator, …
  • erwartet wird eine Methodenvielfalt, um individuell zu fördern und zu fordern
  • Ziel des Kunstunterrichts ist es, Bildkompetenzen und eine gestalterische Persönlichkeit zu entwickeln
  • Kompetenzorientierung erfordert eine Ausrichtung des Unterrichts, die zum selbstgesteuerten, auf das Individuum ausgerichteten Lernen hinzielt. SuS müssen befähigt werden, lebenslang selbstgesteuert lernen zu können…

(s. KLP Kunst Sek. I Gymnasium 2011)

Die Abbildung zeigt im Rahmen der Ausstellung „Was mich bewegt – Bilder, Ideen, Wünsche und Träume von 13Jährigen“ für das „Internationale Theaterfestival HALBSTARK, Münster 2012“ Projektbeispiele von Schülerinnen und Schülern der 7. Klassen aus dem performativen projektorientierten Kunstunterricht von Jürgen Lemke am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Münster – Schulhalbjahr März bis Juli 2012:

Welche Vielfalt und Qualität entstehen kann, wenn auch eigene Ideen im Rahmen einer mehr selbstgesteuerten Projektarbeit entwickelt werden dürfen: im forschenden Selbstlern-Prozess über Brainstorming und Mindmap, Projekt-Steckbrief und Projekt-Lern-Tagebuch (Portfolio), hin zu Produkt-Präsentation und Reflexion…

Mein künstlerischer und kunstpädagogischer Ansatz: Ich bin als Bildender Künstler und Projektemacher mit meinem künstlerischen Konzept „ORTungen“ multimedial, interdisziplinär und realinszenierend forschend unterwegs. (http://ortungen.wordpress.com/impressum/) Mit einer interdisziplinären performativen Arbeit zwischen Kunst und Pädagogik versuche ich auch in der Schule, Lernende dort abzuholen, wo sie selbst stehen. Die Entwicklung ihrer eigenen Ideen, Potenziale und Kompetenzen zwischen medialer, theatraler und kunstbezogener Bildarbeit in einem heterogenen Lernfeld stehen dabei im Mittelpunkt meines projektorientierten performativen Kunstunterrichts. Hier darf parallel kreative Vielfalt in einem heterogenen forschenden Selbst-Lern-Umfeld wachsen, das neugierig hält und intrinsisch Lernen beschleunigen kann: ein multimedialer Werk-Raum in dem gleichzeitig ideenreich gezeichnet, gemalt, gebaut, fotografiert, collagiert, gefilmt, plastiziert und geformt wird.
Lernende können unter mehr intrinsisch motivierten Bedingungen eher begeistert und motiviert gleichzeitig in einem Raum mit unterschiedlichen Techniken an der Umsetzung eigener Ideen arbeiten. Ich öffne bewusst Räume für eine möglichst offene selbstgesteuerte forschende Arbeit insbesondere für Lernende, die an der Schwelle ihrer Veränderung zwischen Kind-Sein und Erwachsen-Werden stehen. Gerade Jugendliche im „Sturm und Drang-Alter“ brauchen eigene Räume zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Räume, die ihnen auch und gerade in Schule ermöglichen können, sich freier neugierig forschend und selbstentdeckend zu bewegen, um ihre eigenen Ideen zu entwickeln.
Ich begegne Lernenden mit einer offenen vertrauengebenden Grundhaltung, die ihnen Mut machen will, ihre Eigenverantwortlichkeit stärken möchte, sie zu einem mehr selbstbestimmten Handeln herausfordert und ihnen dabei auch notwendige Rahmenbedingungen für erforderliche Grenzkontakte gibt. „Leben ist fließen, an der Grenze formt sich Gestalt“. Die Herausforderung von Grenze, der Umgang mit Regeln und Kontrolle sowie das Risiko, deren Verlust zu wagen, sind wichtig für Lernende und Lehrende. Hier können im Kontakt Klarheit, Offenheit, Vertrauen, Verantwortung und Transparenz wachsen.
Ich nehme mit meinem kunstpädagogischen Konzept die neuen Bildungsstandards des Landes NRW und ihr Bestreben nach einer Öffnung von Schule für ein neues Lehren und Lernen durch ein erweitertes Lehrer- und Schüler-Rollenverständnis auch unter den neuen Anforderungen von Inklusion ernst: Lernende können in dieser speziellen Projektarbeit  ihrem Lern- und Entwicklungsstand entsprechend nachhaltig eigene Potenziale entwickeln und ausdrücken. Ich versuche, einen Kunstunterricht zu machen, der schülerzentriert, methodenoffen, individuell beratend, heterogen und inklusiv eigenverantwortliches Lernen von Schülerinnen und Schülern fördern kann. Die Übergangsphase zwischen Kind-Sein und Erwachsen-Werden, hin zur Pubertät, birgt Zwischen-Welten, die immer wieder geprägt sind von ständigen Widersprüchen, existenziellen Grenz-Erfahrungen, Tabubrüchen, Herausforderungen, Mutproben, erster Liebe, Gefühlsverwirrungen, großen inneren Bewegungen, Kontakt-Abrüchen, Verletzungen und auch Selbst-Verletzungen. Gefühlszuständen zwischen Himmel-Hoch-Jauchzend und Zu-Tode-Betrübt, Allein-Sein und Für-Immer-Zusammen-Sein, Selbst-Darstellungswünschen und Angst-Sich-Zu-Zeigen, Identitäts-Brüchen, Herausforderungen, Wagnissen, Auf- und Abs und Hin und Her…
Das verdient besondere Achtsamkeit, Wertschätzung und Raum für eigene Gestaltungen. Aus meinen bisherigen Lehr- und Lern-Erfahrungen aus Schule, Hochschule, Wirtschaft, Theater, Werkstatt Digitale Kunst und Atelier –  in Auseinandersetzung mit den Neuen Bildungsstandards für das Fach Kunst Sek I an Gymnasien habe ich ein Konzept für eine nachhaltige Entwicklung gestalterischer und organisatorischer Selbst-Lern-Kompetenzen im Kunstunterricht der Mittelstufe (7./8./9. Klasse) entwickelt:


Selbstgesteuerte kompetenzorientierte performative Ideen- und Projektentwicklung als integratives Unterrichtsvorhaben im Kunstunterricht

Wichtig als Ausgangspunkt für eine eigenständige Ideenentwicklung hin zu einem präsentablen Produkt  ist eine offene Aufgabenstellung innerhalb eines definierten Zeitrahmens: „Du darfst Deine Idee frei gestalten, das verwirklichen, was Du immer schon in Kunst machen willst. In einer Technik deiner Wahl… Allein oder zusammen mit Anderen… Du hast dafür zwei Monate Zeit…“

Schülerinnen und Schüler können 

  1. die eigene Idee entwickeln mit Hilfe von angeleiteten Methoden wie „Phantasiereise“,  „Brainstorming“ und „Mindmapping“ (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: ÜP1, ÜP2, ÜP3)
  2. die eigene Idee formulieren, präzisieren und strukturieren lernen mithilfe der Methode: „PROJEKT-STECKBRIEF“ und hierbei auch lernen, unterschiedliche Schriften und Schriftschnitte, eine Skizze sowie das Layout einer Seite zu gestalten. Einzelne Fragen zur Idee helfen bei der Strukturierung: Was? Wer? Wo? Womit? Wie lange? Für wen? (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: ÜR3, FoP1, StP1, StP3, P/S-P2, P/S-P3)
  3. ihre Idee aus unterschiedlichen Perspektiven visualisieren und planen sowie in eine zeitliche Bildabfolge übersetzen. Anhand der Erstellung eines „STORYBOARDs“ lernen sie, ihre Idee von verschiedenen Seiten aus anzuschauen, vorzustellen, zu zeichnen und darzustellen. Und beachten dabei auch Merkmale von Räumlichkeit, Überdeckung, Staffelung, Höhenlage sowie Vogel-, Normal-, Froschperspektive und auch Kameraeinstellungen von Totale bis Detail (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: FoP1, FoP2, FoP4, FoP5, StP1, StP3, )
  4. ihre Idee recherchieren: Welche Künstler und Gestalter haben in dieser Technik oder mit diesem Material schon gearbeitet? Wie geht das genau? Hierzu wird für die spätere Präsentation und Vermittlung an die anderen Lernenden im Internet Material gesammelt. Hierbei darf sich die Idee auch noch verändern. (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: ÜP1, ÜP3, ÜR3, P/S-P1)
  5. ihre Idee produzieren: Entscheiden ob allein oder im Team: die eigene Idee kommunizieren, verhandeln, durchsetzen oder Kompromisse finden –  sich mit der notwendigen gestalterischen Technik und Methode mit Unterstützung des Lehrenden (Koordinator, Berater, Moderator, Vermittler, Streitschlichter, …) vertraut machen (Malen, Zeichnen, Bauen, Plastizieren und medienkompetent durch selbstständigen Einsatz von Videokamera, Smartphone, App…s, etc im heterogenen Lernumfeld und Netzwerk (LOL) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: ÜP1, ÜP3, ÜR3, StP2, P/S-P1… weitere hierbei erlernbare Kompetenzen sind leider im Lehrplan noch nicht enthalten )
  6. ihre ZEIT selbstverantwortlich und mit anderen planen: Absprachen treffen, Verabredungen einhalten, Arbeitsziele und Termine setzen, etc (Teamfähigkeiten) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: Diese Kompetenzen sind leider im Lehrplan noch nicht enthalten)
  7. ihr MATERIAL eigenständig besorgen und darüber ihre Selbstverantwortlichkeit erproben und stärken – nachhaltig Medienkompetenz lernen mit eigenen Medien nach dem BYOD Prinzip (Bring Your Own Device): Eigene mobile digitale Geräte, wie Smartphone, Kamera, Laptop, Tablet, IPod, etc mitbringen dürfen und nutzen (Mobiles Digitales Lernen, Medienprodukt erstellen, Medienpass NRW Bezug) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: MaP1, MaP2, MaP3 … weitere hierbei erlernbare Kompetenzen sind leider im Lehrplan noch nicht explizit enthalten)
  8. ihre LERN-ORTE frei wählen und erweitern: Ideenbezogene Umsetzungen an anderen Orten erlauben, auch schulunabhängiges Lernen und Forschen ermöglichen, ob zuhause oder im Umfeld – mit einem Erlaubnisschreiben der Eltern (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: Diese Kompetenzen sind im Lehrplan nicht enthalten)
  9. ihre gestalterische ARBEIT – Einzeln, zu Zweit oder im Team – planen und selbst organisieren: Wer kann was? Fähigkeiten sondieren, Verantwortlichkeiten delegieren, Absprachen einhalten, Konflikte lösen (Soziale Kompetenzen, Kooperieren lernen) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: Kompetenzen sind leider im Lehrplan nicht explizit enthalten)
  10. ihre Ideen- und Projektentwicklung und ihre Lernfortschritte in einem PROJEKT-LERN-TAGEBUCH per Foto, Skizze, Text anhand vorgegebener Kriterien auch fachsprachlich reflektieren und dokumentieren: Was habe ich gemacht? Was habe ich gelernt?Welches bildnerische Verfahren/Genre habe(n) ich/wir beim Projekt eingesetzt? („Bild“ oder auch „Bildwerk“ kann stehen für: Zeichnung, Malerei, Plastik, Skulptur, Objekt, Installation, Fotografie, Collage, Frottage, Druckverfahren, Film/Video, Tanz/Performance, Aktion, Animation, Soziale Plastik, Anderes… ) Bitte beschreibe… Welche „bildnerischen und gestalterischen Mittel“ habe ich eingesetzt und wie? (Punkt, Linie, Fläche, Formen, Farbe, Kontraste, Material, Räumlichkeit, Licht/Schatten, Schraffur, Bild-Komposition, Musik, Ton, Sprache, Geräusch, Bildschnitt, Effekte, Kameraeinstellungen, …?)   Welche Gestaltungsformen wirken dabei spannend, dynamisch oder ruhig, ausgeglichen – oder auch neu, überraschend, abwechslungsreich, rhythmisch, überladen, kontrastreich: Groß-klein, viel-wenig, kurz-lang, rund-spitz, … Wie bin ich im Projekt mit dem Thema „Raum“ bzw „Bildraum“ umgegangen? Wie habe ich den Raum inszeniert? Bei der Motivauswahl/Inszenierung Vorder-, Mittel- und Hintergrund beachtet? Bewusst gestaltet…? Kameraeinstellungen Detail bis Totale genutzt? Raumdarstellung (Vorder-, Mittel-, Hinter-grund, Überschneidung (davor, dahinter), Staffelung, Verkleinerung, Höhenlage (oben, unten), Flächenorganisation, vorn, hinten, kleiner, größer,…Was möchte ich mit meinem „Bild“ ausdrücken/sagen? Gibt es eine künstlerisch gestalterische Strategie oder Absicht (für mein/unser Projekt)? Welche Wirkungen sollen bei einem Betrachter ausgelöst werden? (Gefühle, Irritationen, Schock, ein „ästhetisches“ Empfinden – Soll ein „Bild“gefallen oder irritieren…?) Beschreibe…Was habe ich wann, wie und womit gemacht? Was habe ich dabei erfahren, entdeckt, erforscht und gelernt? Wie bewerte ich meine eigene Arbeit, wie die der Anderen aus meiner Gruppe? (Reflexion, Leistungsnachweis und Bewertung) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: ÜR1, ÜR2, ÜR3, FoR1, FoR2, FoR3, FoR4, FoR5, FoR6, MaR1, MaR2, MaR3, FaR2, StR2, StR3, P/S-R1, P/S-R2, P/S-R3, P/S-R4, P/S-R5)
  11. ihr Projekt präsentieren: – hierbei Kompetenzen für Vortragspräsenz (Sprache, Auftreten, Körpersprache, Haltung Mimik, Gestik…) und Medienkompetenz erwerben durch selbstständiges Erarbeiten von Powerpoint, Keynote oder OpenOffice Präsentation (Foto, Film, Bild, Video, Montage, Bildbearbeitung – Kompetenzen…) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: StP3, StR2, StR3 … weitere hier  hierbei erlernbare Kompetenzen sind leider im Lehrplan noch nicht explizit enthalten)
    – ein Werbe-Plakat erstellen (Lehrplanbezug KunstNRW SEK!: Figur-Grund Beziehung, Bild/Schrift,  Bildbeschreibung – Kompetenzen) (Lehrplanbezug Kunst SEKI NRW: FoP4)
  12. ihr Projekt reflektieren und selbst bewerten (Leistungsbewertung auch durch PROJEKT-LERN-TAGEBUCH, Portfolio)

Beispiel: ORTungen 2012: Scholl.Projekte reflektiert: Im Rahmen der beim „Theaterfestival HALBSTARK 2012“ im Theater Münster ausgestellten Dokumentation „WAS MICH BEWEGT …“

Bildschirmfoto 2012-11-14 um 20.04.44

… auf welch vielfältige Ideen „Halbstarke“ kommen, wenn sie in der Schule auch tun dürfen, was sie selbst wollen und ihre darstellerischen und gestalterischen Potenziale entfalten dürfen: Heranwachsende im „halbstarken“ Alter brauchen mehr Raum und Zeit,
• um ihr eigenes Ding zu machen
• an ihren Ideen neugierig zu forschen
• sich selbst aufzuführen und zu inszenieren
• nachhaltig mit eigenen digitalen Medien zu experimentieren („BYOD Methode: Bring Your Own Device“)
• ihre „Ästhetik“, ihre gestalterische Handschrift zu entwickeln und auszudrücken
• sich in unterschiedlichen Rollen durch Improvisieren auszuprobieren und zu erfahren
• Identität an unterschiedlichen inneren und äußeren Selbst-Bildern zu erforschen
• Grenzen zu erkunden – auch durch teils provozierende ästhetische Aktionen
• um intrinsisch – von Innen heraus – motiviert, begeistert eigene Ideen zu entwickeln … Was eigeninitiativ gelernt wird, wirkt nachhaltig und ist nicht so schnell vergessen!
• es braucht in Schule selbstlernende Lehrende, die Lernende in ihrem Selbstlernprozess offen und neugierig begleiten – sie auch lassen können und eher beratend, begleitend, moderierend, coachend, fördernd unterwegs sind und nicht alles von „vorne bis hinten“ für sie regeln.

Machen wir Schule für eine innovative lebendige begeisterte performative Selbstlern-Kultur! Ideen-Vielfalt und Qualität sprengen den Erwartungshorizont. Wir brauchen in unserer Gesellschaft Menschen, die neugierig sind und es bleiben. Die auf eigene Ideen kommen und diese begeistert allein oder zusammen mit anderen in die Welt bringen. Wir sind eigentlich ein Land der Erfinder und nicht der Kopierer… Neue Bildungsstandards – die Kompetenzen erweitern und nicht verengen sollen – ermöglichen eine andere Lehr- und Lernkultur auch im Fach Kunst: vom Wissen zum Können, vom lehrerzentrierten eher instruierenden Lernen hin zu einem schülerzentrierten Selbst-Lernen. Durch individuelle Förderung kann ein „heterogenes Lernen“ wachsen: jeder kann individuell mit seinen Fähigkeiten gesehen, gewertschätzt, anerkannt und darin gefördert und herausgefordert werden. Kompetenzen sollen vermittelt werden, die eine gestalterische Persönlichkeit und eine ästhetische Grundausbildung im Fach Kunst bilden. Wie das aber am besten gelehrt und gelernt wird, dazu können und sollen nun Lehrende methodenreiche Unterrichtsvorhaben entwickeln. Sie dürfen nun sogar selbstständig, laut „Implementationsunterlagen im Fach Kunst SEK1 NRW“,  „neue Kompetenzen“ definieren… Intendiert von den Bildungsverantwortlichen ist im Kunstunterricht kein  homogenisierendes und standardisierendes Kompetenzen-Abarbeiten sondern eher ein lebendiges nachhaltiges selbst konstruierendes Lernen durch vielfältige forschende selbstentdeckende Erfahrungen in intelligenten schülerzentrierten Unterrichts-Vorhaben…
•  mehr Zeit und Raum für die eigene Idee
•  erzeugt eine höhere Ideen-Vielfalt statt Homogenität
•  Lernende können dort abgeholt werden, wo sie mit ihren Interessen stehen
•  in einem heterogenen Selbst-Lernfeld umgeben von faszinierender unterschiedlicher Vielfalt kann neugierig und begeistert – mehr Lern-Inhalt, schneller und auch nachhaltiger – gelernt werden:
die „Herausgeforderten“ können und dürfen eigenverantwortlich mit ihren Ideen hoch hinaus fliegen und für die zu „Fördernden“ bleibt dadurch mehr Zeit für eine gezielte Beratung …

was mich bewegt

FAZIT: Es ist sinnhaft und nachvollziehbar aber zugleich immer noch höchste Herausforderung in Schule:
Raum geben für ein mehr SELBSTGESTEUERTES PERFORMATIVES PROJEKTLERNEN bedeutet Vertrauen lernen und zugleich auch ein Stück Kontrolle aufgeben.
Das, was in Schule üblicherweise eher herunter geregelt wird: „neugierig sein dürfen, selbst anfassen und begreifen, sich freier bewegen dürfen, laufen, selber machen und entscheiden“ ist zugleich auch Bedingung für ein ANDERES LERNEN. Es scheint für viele Lehrende immer noch schwer vorstellbar: „Dass Schüler auch mal tun dürfen, was sie selbst wollen.“ Schule überfordert Lernende mit einer überbordenden kognitiven Wissensmasse und einem homogenen Lernverständnis (alle müssen das Gleiche in der gleichen Zeit lernen, wissen und können) und einer darauf ausgerichteten Leistungsabfrage („Bullimie-Lernen“) und einer ständigen Ruhigstellung dessen, was für Lernen Voraussetzung ist: neugierig und lebendig sein… Schule unterfordert Lernende in ihren lebendigen spielerischen Ideen, Fähigkeiten und in ihrer Kreativität. Schule fördert zu wenig das, was für Lernen Bedingung ist: die begeisterte forschende neugierige Eigenbewegung… Alle Menschen wollen Selbst-Lernen… Dazu sind wir auf der Welt.

„Was mich bewegt“, Dokumentation zu Performative Projektarbeit der 7. Klassen im Kunstunterricht v. Jürgen Lemke, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Münster. Im Foyer des „Theater Münster“ beim Internationalen Theaterfestival „Halbstark“, 2012

SCHOLL.Projekte Kurzfilme von Schülern laufen als Vorfilm im CINEMA

In Kooperation zwischen Geschwister-Scholl-Gymnasium und CINEMA werden aus der SCHOLL.Projekte Videoexperimente Produktion im November und Dezember kleine Filme im großen Kino gezeigt.

Kurzfilme sind ein eigenes Genre. Die Bandbreite ist groß und die Möglichkeiten diese Filme auf der Leinwand zu sehen gering. Im großen Saal des CINEMA ist der Vorfilm seit langem Tradition. Ab November nun werden aber auch in den beiden anderen Sälen des Programmkinos in der Warendorfer Straße Vorfilme täglich einen Platz auf der Leinwand erhalten. Einen ganz besonderen Schwerpunkt bilden dabei die Kurzfilme in der Kurbelkiste. In diesem Saal des Cinemas werden nämlich nach Möglichkeit ausschließlich Münsteraner Kurzfilme über die Leinwand flimmern.

Den Start machen dabei im November und Dezember Filme von Schülerinnen und Schülern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Die Filme der Scholl.Projekte entstanden im projektorientierten Unterricht des Künstlers und Kunstpädagogen Jürgen Lemke und zeigen einfallsreiche Filme mit klaren prägnanten Ideen: Vom Untergang der Titanic zwischen Schulbänken, über ein Experiment mit Ei und Säure, einen Flugzeugabsturz im Wohnzimmer mit Legofiguren bis zu vielfältigen Tanzexperimenten mit den eigenen Füßen. „Die Filme sind mit eigenen Geräten der Schülern erstellt worden. Inzwischen sind ja auch die Kameras der Smartphones Arbeitsgerät der Schüler. Auf diese Weise lernen sie produktiv mit ihren eigenen Medien umzugehen und sind somit auch außerhalb des Unterrichts fähig, kreativ ihre Ideen umzusetzen“, so Lemke. Das Ziel des Cinema ist es, die Vielfalt der Filme Münsteraner Filmschaffender zu präsentieren und diese Filme auf die Leinwand zu holen. Cinema-Betreiber Jens Schneiderheinze hofft auf große Resonanz: „Wir freuen uns über alle Einsendungen. Die Münsteraner Vorfilme ergänzen so unser Schülerfilm-Festival, zu der auch wieder Filme von Kindern und Jugendlichen eingereicht werden können“. Nicht umsonst, so Schneiderheinze, wird immer neben dem guten Programm des Cinema auch sein Kurzfilmprogramm ausgezeichnet. Alle Schulen in Münster sind aufgerufen ihre Kurzfilm Produktionen ans CINEMA zu schicken.

 Der Kurzfilm in der Kurbelkiste

In der Kurbelkiste werden ab sofort Kurzfilme bis 2 Minuten Länge aus Münster gezeigt. Den Start machen Filme des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.

SCHOLL.Projekte präsentiert:

Klasse! – Eine kleine Auswahl experimenteller Kleinstfilme quer durch alle Klassen. Beispiele für eine große Vielfalt unterschiedlichster filmischer Ideen, die dann entsteht, wenn eigene Projektideen von Schülerinnen und Schülern mit neuen Medien in der Schule verwirklicht werden dürfen. Produziert wurden sie im projektorientierten Kunstunterricht von Jürgen Lemke

Im Kinosaal Kurbelkiste im CINEMA laufen:

Do 1. – 14.11.2012

„Katastrophe über Australien“

Animation mit Legofiguren… von Laura Wulfert, Yvonne Zumbülte, Maria Corbacho Santos (Klasse 8b 2011) · Animation · 1‘18‘‘

Do 15. – 28.11.2012

„Titanic“

Ein Schiffsmodell taucht ab zwischen Schulbänken… – von Timo Budde, Dominik Jung (Klasse 8c 2012) · 1‘27‘‘

Do 29.11. – 12.12.2012

„IE“

Experiment mit Ei – von Christopher Sabusch (Klasse 8b 2011) ·  46‘‘

Do 12.12. – 24.12.2012

„Füße“

„Was mit Füßen im Klassenraum alles geht…“– von Berenice Joubert, Klaudia Kübel, Sophia Kuhlenkötter, Maren Kranz, Michelle Schramek (Klasse 8b 2011)  2‘15‘‘

ORTungen 2012: „WAS MICH BEWEGT…“ – Bilder, Ideen, Wünsche und Träume von 13-Jährigen

SCHOLL.Projekte präsentiert:

Gezeigt werden vom 6.11. bis zum 11.11.2012 im Theater Münster Ergebnisse von Schülerinnen und Schülern der siebten Klassen aus dem projektorientierten performativen Kunstunterricht von Jürgen Lemke am Geschwister-Scholl-Gymnasium Münster. Eine Dokumentation im Rahmen des „Internationalen Theaterfestivals HALBSTARK 2012“.

Das “Internationale Theaterfestival HALBSTARK 2012” nimmt die Bild- und Lebenswelt der 9 bis 13-Jährigen in den Blick: Wie orientieren sie sich in der Welt? Wie setzen sie ihren Mut, ihre Kreativität und Energie ein? Wie gestalten sie unsere Gesellschaft mit? Und ist die Kunst wirklich nah dran an den Themen dieser Altersgruppe?

Der Künstler und Kunstpädagoge Jürgen Lemke ist zum Theaterfestival HALBSTARK eingeladen, Ergebnisse aus seinem projektorientierten performativen Kunstunterricht mit den siebten Klassen am Geschwister-Scholl-Gymnasium Münster vorzustellen. Die hierzu vorbereitete Dokumentation “WAS MICH BEWEGT…” im Theater Münster gibt spannende Einblicke in Bildwelten und Lebensgefühl von 13-Jährigen. Jürgen Lemke macht im Rahmen seines Konzepts “ORTungen 2012: SCHOLL.Projekte” mit Fotos, Bildern und Texten von Schülerinnen und Schülern Themen, Träume und Wünsche dieser Altersgruppe sichtbar.

Am Sonntag, den 11.11. um 14 Uhr findet im Kleinen Haus, Theater Münster eine Präsentation zum Thema “Selbstgesteuerte performative Projektarbeit im Kunstunterricht” während des “HALBSTARK Forums” statt.

Dokumentation “WAS MICH BEWEGT…” – Bilder, Ideen, Wünsche und Träume von 13-Jährigen
Ort: Theater Münster, Oberes Foyer Großes Haus
Geöffnet: 6.11. bis 11.11.2012  10 – 20 Uhr

http://www.halbstark-muenster.de

Hier der Presseartikel der Westfälischen Nachrichten zur Ausstellung: wn ausstellung scholl halbstark

 

Filmklasse startet durch

Einmal auf den Bühnen der Welt zu Hause sein oder zu den begehrtesten Filmregisseuren Hollywoods gehören: Das sind nur ein paar Träume der Fünftklässler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Seit diesem Schuljahr gibt es dort eine Filmklasse. „G 9“ und Ganztag machen es möglich.

Evelyn Futterknecht und Jürgen Lemke leiten die neue Filmklasse am Geschwister-Scholl-Gymnasium, die bis zur zehnten Klasse angeboten wird. Foto: (kit, WN Münster)

Das Konzept: Die Schüler drehen Filme, zeigen sie auf Festivals und lernen praktisch und theoretisch den Umgang mit Genres, Kamera- und Schnitttechnik kennen. Die Filmklasse geht von der fünften bis zur zehnten Klasse. Den Schülern solle ein kritischer und produktiver Umgang mit Medien ermöglicht werden, erläutert Lehrerin Evelyn Futterknecht, die das Projekt ins Leben gerufen hat. Sie leitet die Filmklasse mit dem Künstler und Kunstpädagogen Jürgen Lemke.

Das Gymnasium sei die einzige Schule in Nordrhein-Westfalen, die etwas in der Art ab der fünften Klasse anbiete, sodass dieses Projekt bereits auf dem Kult-Kongress in Dortmund – vom Ministerium für Schule und Weiterbildung initiiert – vorgestellt worden sei, berichtet Futterknecht.

Die Filmklasse ist Bestandteil des Medien-Kooperationsprojekts von Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Gymnasium.

27 Fünftklässler nehmen teil. Sie drehen Dokumentationen und Kurzspielfilme rund um das Thema Schulerkundung. Eine Arbeit trägt den Titel „Die Gefahr aus dem Einkaufszentrum“ und ist ein Science-Fiction-Film: Legomännchen versuchen, die Schule in ihre Gewalt zu bekommen.

Die Begeisterung bei den Schülern ist groß: „Es macht riesig Spaß, die Filme zu drehen. Weil ich auch so gerne Filme schaue, ist das echt cool“, berichtet beispielsweise die elfjährige Momo Fernholz.

Die Kinder haben die Stücke, die sie verfilmen, selbst geschrieben und dafür auch ein eigenes Storyboard angefertigt. Bei der Verteilung der Rollen mussten Lose gezogen werden, weil alle die Hauptrolle haben wollten.

Im Sommer nächsten Jahres möchte die Kinderhauser Klasse ihre Filme beim Schülerfilm-Festival im Cinema Münster vorstellen.

VON REBECCA KITTEL , WN Münster